Eva Helfrich
Eva Helfrich
 schrieb am 17. Juni 2021

8 Tipps für die erfolgreiche Mitarbeitersuche

Ein Unternehmen ist nur so gut wie seine Mitarbeiter:innen? Richtig! Aus diesem Grund zahlt es sich aus, genauso viel Zeit und Energie in interessante Kandidat:innen zu investieren wie in die Kundenakquisition. Wie das gelingt, verrät epunkt Geschäftsführerin Andrea Bertl.

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Fachkräftemangel, Digital Talent Gap, demografische Entwicklungen: Spannende Kandidat:innen sind am Jobmarkt ein immer knapperes Gut. Eine erfolgreiche Suche nach den besten Talenten setzt einiges an Geschick voraus. Und das bedeutet, nicht mehr nur auf die gewohnten Kanäle zu setzen, sondern die Fühler noch sehr viel weiter auszustrecken.

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Wie geht modernes Recruiting?

Unternehmen müssen erkennen, dass auch sie sich um die gewünschten Kandidat:innen bewerben müssen – nicht nur umgekehrt“, erklärt Andrea Bertl. Die epunkt Geschäftsführerin ist seit 2001 in der Suche und Auswahl von Spezialist:innen und Führungskräften tätig. Eines vermisst sie immer wieder in der Personalsuche: Innovationsfreudigkeit und das Bewusstsein um den Wert von gut gemachtem Recruiting. „Viele Unternehmen beschränken ihre Mitarbeitersuche darauf, Inserate zu schalten. Im Post and pray-Modus warten sie dann oft monatelang, bis sie eine Stelle besetzen können."

Stellenanzeigen sind oft austauschbar, Struktur und inhaltliche Aufbereitung 08/15. Sie liefern oft nicht die Informationen, die sich Kandidat:innen schon am Beginn des Recruiting-Prozesses wünschen. Und so geht das anfängliche Interesse ganz schnell wieder verloren. Dabei ist es bei der Jobsuche wie beim Dating: Man sucht den einen, den einzigartigen (Job) – das Perfect Match. Ein Video im Stelleninserat ist eine Möglichkeit, um aus der Masse herauszustechen.

So wie sich ganze Marketingabteilungen überlegen, wie sie Kund:innen begeistern und überzeugen, sollte es auch mit Kandidat:innen sein.

Andrea Bertl
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Smart suchen, rasch rückmelden

Social Media ist heute nicht nur für die Generation Y oder Generation Z ein selbstverständlicher Teil des Alltags. Laut einer Studie von Statista nutzen 50 % der Österreicher:innen regelmäßig soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, YouTube oder Twitter. Das Business-Portal Xing freut sich über eine Million österreichische Mitglieder und liegt damit knapp vor LinkedIn. „Arbeitgeber:innen müssen dort präsent sein, wo sich interessante Kandidat:innen aufhalten, wo sie sich informieren und wo sie Content finden, der ihnen gefällt. Ohne Active Sourcing verschenkt man daher wertvolle Chancen.“

Online studium

Um mit Struktur auf Personalsuche gehen zu können, empfiehlt Andrea Bertl die Verwendung von Boolean Strings und Kandidatenpersonas. Gerade weil im Bereich Recruiting zahlreiche Innovationen anstehen, geht es darum, die Basics zu perfektionieren. „Teilweise sehen Fachabteilungen das Recruiting als willkommene Abwechslung im Arbeitsalltag. Wenn man einen neuen Kunden akquirieren möchte, schickt man aber auch nur bestens geschulte Mitarbeiter:innen los, die die Produkte kennen und Erfahrung haben. Genau so sollte es im Recruiting sein. Unsere Active Sourcer und Recruiter schreiben jede Person individuell an und gehen auf ihre Stärken, Erfahrungen und Interessen ein“, so Bertl.

Was braucht es für die perfekte Candidate Experience?

Unternehmen sollten ihre künftigen Mitarbeiter:innen mit der gleichen Professionalität umwerben, wie sie es mit Kund:innen tun, empfiehlt Andrea Bertl. So wie sich ganze Marketingabteilungen überlegen, wie sie Kund:innen begeistern und überzeugen, sollte es auch mit Kandidat:innen sein. Das beginnt mit einer raschen und professionellen Rückmeldung, mit einem schnellen und wertschätzenden Recruiting-Prozess, mit Unterlagen, die speziell auf die Kandidat:innen zugeschnitten sind - eine durchdachte Candidate Experience.

„Viele Kandidat:innen erleben Enttäuschungen bei Interviews: am Empfang weiß niemand Bescheid, wer sie sind oder dass überhaupt ein Termin stattfindet. Das Gespräch findet dann in einem finsteren, ungelüfteten und unaufgeräumten Raum statt. Sie bekommen nichts zu trinken, man lässt sie warten, der Gesprächspartner ist unvorbereitet und stellt vielleicht auch noch unerlaubte Fragen. In der heutigen Zeit verbreitet sich so etwas via Whatsapp und kununu rasend schnell.“ Menschen wollen Bertl zufolge nach wie vor gut verdienen; sie möchten aber auch für ein wertegeführtes Unternehmen arbeiten. Work-Life-Balance, ein ansprechendes Aufgabengebiet, das Arbeitsumfeld und die Kommunikationskultur sind mittlerweile ebenso wichtig wie das Gehalt.

Ein wichtiger Teil des Recruitingerfolgs spielt sich übrigens nach einer geglückten Besetzung ab: Unternehmen sollten hier ihr Bestes geben und in die Beziehungspflege gehen – durch Onboarding, ein Buddy-System und regelmäßige Feedbackgespräche.

Von der ersten Google-Suche bis zum Onboarding: 8 Tipps

  1. Eine eigene Karriereseite mit Infos zur Unternehmensvision, den Werten und Benefits
  2. Die Bewerbung so einfach wie möglich machen, am besten mit ein paar wenigen Klicks
  3. Perfekte Vorbereitung auf das persönliche Interview
  4. Schneller als der Mitbewerb sein: Zeitnahe Rückmeldung und regelmäßige Statusupdates
  5. Führungen, Schnuppertage, (virtuelles) Kennenlernen von Führungskraft & Kolleg:innen
  6. Gut vorbereitetes Onboarding mit Buddy-System
  7. Persönliche Absage an alle Kandidat:innen, die für ein Interview im Haus waren
  8. Versprechen halten: Vertrauensarbeitszeit, Benefits & Co. nicht nur am Papier leben!

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