Eva Helfrich
Eva Helfrich
 schrieb am 4. April 2019

8 Tipps für die erfolgreiche Mitarbeitersuche

Ein Unternehmen ist nur so gut wie seine Mitarbeiter? Richtig! Aus diesem Grund zahlt es sich aus, genauso viel Zeit und Energie in interessante Kandidaten zu investieren wie in die Kundenakquisition. Wie das gelingt, verrät epunkt Geschäftsführerin Andrea Bertl.

Andrea Bertl


Fachkräftemangel, Digital Talent Gap, demografische Entwicklungen: Spannende Kandidaten sind am Jobmarkt ein immer knapperes Gut. Eine erfolgreiche Suche nach den besten Talenten setzt einiges an Geschick voraus. Und das bedeutet, nicht mehr nur auf die gewohnten Kanäle zu setzen, sondern die Fühler noch sehr viel weiter auszustrecken.

Wie geht modernes Recruiting?

„Unternehmen müssen erkennen, dass auch sie sich um die gewünschten Kandidaten bewerben müssen – nicht nur umgekehrt“, erklärt Andrea Bertl. Die epunkt Geschäftsführerin ist seit 2001 in der Suche und Auswahl von Spezialisten und Führungskräften tätig. Eines vermisst sie immer wieder in der Personalsuche: Innovationsfreudigkeit und das Bewusstsein um den Wert von gut gemachtem Recruiting. „Viele Unternehmen beschränken ihre Mitarbeitersuche darauf, Inserate zu schalten. Im Post and pray-Modus warten sie dann oft monatelang, bis sie eine Stelle besetzen können. Was es kostet, eine Spezialisten-Stelle zwölf Monate lang unbesetzt zu lassen, rechnet sich kaum jemand aus. Und das ist eine Menge.“

Smart suchen, rasch rückmelden

Social Media ist heute nicht nur für die Generation Y oder Generation Z ein selbstverständlicher Teil des Alltags. Laut einer Studie von Statista nutzt jeder zweite Österreicher regelmäßig soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, YouTube oder Twitter. Das Business-Portal Xing freut sich über eine Million österreichische Mitglieder und liegt damit knapp vor LinkedIn. „Arbeitgeber müssen dort präsent sein, wo sich interessante Kandidaten aufhalten, wo sie sich informieren und wo sie Content finden, der ihnen gefällt. Ohne Active Sourcing verschenkt man daher wertvolle Chancen.“

Um mit Struktur auf Personalsuche gehen zu können, empfiehlt die Expertin zum Beispiel die Verwendung von Boolean Strings und Kandidatenpersonas. Gerade weil im Bereich Recruiting zahlreiche Innovationen anstehen, geht es darum, die Basics zu perfektionieren. „Teilweise sehen Fachabteilungen das Recruiting als willkommene Abwechslung im Arbeitsalltag. Wenn man einen neuen Kunden akquirieren möchte, schickt man aber auch nur bestens geschulte Mitarbeiter los, die die Produkte kennen und Erfahrung haben. Genau so sollte es im Recruiting sein. Unsere Sourcer und Recruiter schreiben jeden Kandidaten individuell an und gehen auf die Person mit ihren Stärken, Erfahrungen und Interessen ein“, so Bertl.

Was braucht es für die perfekte Candidate Experience?

Unternehmen sollten ihre künftigen Mitarbeiter mit der gleichen Professionalität umwerben, wie sie es mit Kunden tun, empfiehlt Andrea Bertl. So wie sich ganze Marketingabteilungen überlegen, wie sie Kunden begeistern und überzeugen, sollte es auch mit Kandidaten sein. Das beginnt mit einer raschen und professionellen Rückmeldung, mit einem schnellen und wertschätzenden Recruiting-Prozess, mit Unterlagen, die speziell auf den Kandidaten zugeschnitten sind - eine durchdachte Candidate Experience also.

„Viele Kandidaten erleben Enttäuschungen bei Interviews bei potenziellen Arbeitgebern: am Empfang weiß niemand Bescheid, wer sie sind oder dass überhaupt ein Termin stattfindet. Das Gespräch findet dann in einem finsteren, ungelüfteten und unaufgeräumten Raum statt. Sie bekommen nichts zu trinken, man lässt sie warten, der Gesprächspartner ist unvorbereitet und stellt vielleicht auch noch unerlaubte Fragen. In der heutigen Zeit verbreitet sich so etwas via Whatsapp und kununu rasend schnell.“ Menschen wollen Bertl zufolge nach wie vor gut verdienen; sie möchten aber auch für ein wertegeführtes Unternehmen arbeiten. Work-Life-Balance, ein ansprechendes Aufgabengebiet, das Arbeitsumfeld und die Kommunikationskultur sind mittlerweile ebenso wichtig wie das Gehalt.

Ein wichtiger Teil des Recruitingerfolgs spielt sich übrigens nach einer geglückten Besetzung ab: Unternehmen sollten hier ihr Bestes geben und in die Beziehungspflege gehen – durch Onboarding, ein Buddy-System und regelmäßige Feedbackgespräche.

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