Carina Woegerbauer
Carina Woegerbauer
 schrieb am 26. Februar 2021

Offboarding: Wenn Mitarbeiter das Schiff verlassen

Sag zum Abschied leise servus – leise muss der Abschied gar nicht sein, vor allem der Arbeitgeber darf am Ende noch mal kräftig in die Hände klatschen und rote Rosen streuen. Die Aufmerksamkeit, die das Onboarding in den letzten Jahren bekommen hat, steht auch dem Exit-Management zu. Denn gutes, wertschätzendes Offboarding zahlt sich aus. Wir verraten Ihnen, warum Sie unbedingt in einen Mitarbeiter, der das Unternehmen verlässt, investieren sollten.

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Exklusiver Premium Inhalt: Offboarding als Chance – in 7 Schritten

Inhalt.

Offboarding = professionell organisierter Austritt eines Mitarbeiters aus dem Unternehmen.

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Zukünftige Rollen des ehemaligen Mitarbeiters

Kunde
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Re-Hire
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Botschafter
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Step by Step zum professionellen Offboarding-Prozess

Ein standardisierter Offboarding-Prozess ersetzt zwar einen ehrlichen, wertschätzenden Austausch nicht, kann aber zusätzlich unterstützen, einen guten und professionellen letzten Eindruck zu hinterlassen.

Offboarding in 7 Steps zusammengefasst:

  1. Ehrliche und offene Kommunikation
  2. Arbeitszeugnisse und Referenzen
  3. Dokumentation
  4. Interne Kommunikation
  5. Netzwerkpflege
  6. Technisches Offboarding
  7. Ausstandsfeier und Verabschiedung

Details zu den 7 Schritten gibt’s in unserer ausführlichen Checkliste.

4 Vorteile von gutem Offboarding

#1: Arbeitgebermarke stärken, statt beleidigte Leberwurst spielen

Nichts währt ewig und so kommt es auch immer wieder vor, dass Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Die beleidigte Leberwurst und ihr gekränkter Stolz sind hier fehl am Platz. Die Beweggründe für die Kündigung können sehr vielfältig sein: berufliche Neuorientierung, eine veränderte Lebenssituation oder vielleicht doch Unzufriedenheit mit dem Arbeitgeber? – Die Gründe für diese einschneidende Veränderung in einem Austrittsgespräch zu erfragen, zeigt nicht nur, dass Ihnen der Mitarbeiter trotz seiner Entscheidung wichtig ist, sondern Sie tun Ihrem Employer Branding damit langfristig einen Gefallen: Erst mit einem ehrlichen Blick auf den Status Quo lässt sich erkennen, wo es Entwicklungspotenzial gibt.

#2: Gutes Offboarding schafft Vertrauensbasis und belebt den Teamspirit

Nicht nur hat der bald ehemalige Mitarbeiter Ihren vollen Respekt auch nach der Kündigung verdient; mit einer professionellen, wertschätzenden Reaktion auf ein Kündigungsschreiben stärken Sie auch das Vertrauen des übrigen Teams in den Arbeitgeber. Das Wissen, dass eine solche Entscheidung dennoch unterstützt wird, gibt ein Gefühl der Sicherheit und regt offene, transparente Kommunikation an – eine Notwendigkeit für den positiven Teamgeist.

#3: Ist der Ruf erst ruiniert, ist es mit Sicherheit schwieriger, Top-Kandidaten für sich zu gewinnen

Auch wenn das Herz schmerzt und sich der Magen verkrampft, bleiben Sie auch in dieser schwierigen Situation cool und denken Sie vorausschauend. Bedanken Sie sich für den Einsatz und die erbrachte Leistung und unterstützen Sie die Entscheidung Ihres Mitarbeiters.

Always remember: Es zählt nicht nur der erste Eindruck, sondern auch der letzte.

Wie Sie sich als Arbeitgeber in der Zeit nach der Kündigung und vor dem tatsächlichen Austritt verhalten, bleibt in Erinnerung und wird nach außen kommuniziert. Für Ihr Image macht es also einen großen Unterschied, ob Sie positiv oder negativ in Erinnerung bleiben, denn der (ehemalige) Mitarbeiter ist ein Markenbotschafter des Unternehmens.

#4: Jetzt heißt es: Netzwerk aufbauen

Auch wenn Sie durch eine Kündigung einen Mitarbeiter verlieren, heißt das nicht, dass Sie den Kontakt zu ihm abbrechen müssen. Versuchen Sie, mit ehemaligen Mitarbeitern in Kontakt zu bleiben und bauen Sie sich ein Netzwerk aus Markenbotschaftern auf. Ein solches Alumni-Netzwerk kann zum Beispiel eine Quelle für Empfehlungen sein – sowohl in Bezug auf zukünftige Kandidaten aber auch auf Geschäftspartner oder Kunden. Beziehungen, die frühere Mitarbeiter im neuen Umfeld knüpfen, können auch für Sie interessant sein.

Vice versa: Was, wenn ich jemanden kündigen muss?

Umgekehrt ist es auch nie schön, jemanden kündigen zu müssen. Aufgabe der HR ist es dann, die Situation zu entemotionalisieren. Und auch hier raten wir dazu, ein Austrittsgespräch zu suchen.

Astrid Fladenhofer & Gerda Felbinger aus der HR-Abteilung von epunkt

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2020 Mitarbeiterfoto Linz 4769

Wie schaffe ich es nun, dass jemand trotz Kündigung ein positives Bild des Unternehmens behält? Unsere HR-Expertinnen bei epunkt empfehlen:

  • Zuallererst: Versuchen Sie die Situation zu entemotionalisieren. Ziel ist ein neutrales HR-Gespräch
  • Begegnen Sie dem Mitarbeiter mit Wertschätzung und geben Sie ihm das Gefühl, trotz Kündigung wichtig zu sein
  • Schaffen Sie einen Rahmen, in dem nichts unausgesprochen oder ungeklärt bleibt
  • Nennen Sie den ehrlichen Grund für die Kündigung
  • Geben Sie Feedback

Achtung: Vergessen Sie nicht auf das restliche Team – Kündigungen machen Angst, es entstehen Gerüchte. Überlegen Sie sich, was Sie intern kommunizieren möchten.

Virtuelles Offboarding

Worst Case Szenario für Mitarbeiter: Massenkündigung per Video-Call ohne Bild – hallo Empathie!?

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  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für ein persönliches (virtuelles) Gespräch
  • Kommunizieren Sie unbedingt die Wertschätzung für den Mitarbeiter
  • Die Message sollte sein: leider haben wir keine andere Möglichkeit, aber wir schätzen dich und deine Arbeit sehr
  • Lassen Sie den Mitarbeiter zu Wort kommen und hören Sie aufmerksam zu
  • Der Wissenstransfer ist beim Remote Offboarding besonders wichtig
  • Die Nachbesetzung kann ebenfalls remote über Videointerviews (im besten Fall auch hier gemeinsam mit dem bald ehemaligen Mitarbeiter) stattfinden.
  • Ein virtuelles Abschiedsevent mit den Kollegen zeigt, dass Ihnen etwas an dem Mitarbeiter liegt. Organisieren Sie zum Beispiel ein gemeinsames Abschiedsfrühstück via Video-Call.

Checkliste: Offboarding als Chance – in 7 Schritten

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