Eva Helfrich
Eva Helfrich
 schrieb am 14. Mai 2020

Willkommen in New Work: Der Arbeitsplatz der Zukunft

Die Frage, wie und wo wir arbeiten, beschäftigt Menschen rund um den Globus aktuell mehr denn je. Wir geben Ihnen einen Überblick über das Arbeitsmodell, in dem Zukunftsforscher den Megatrend der kommenden Jahre sehen.

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Aktuell arbeiten so viele Menschen im Home-Office wie nie zuvor. Meetings finden virtuell statt, Bewerbungsgespräche mit Kandidat:innen werden per Video Calls abgehalten, Führungskräfte sind gezwungen, die jahr(zehnte)lang verinnerlichte Präsenzkultur zu Grabe zu tragen und von der Anwesenheits- zur Ergebniskontrolle zu kommen.

Veränderungen wie diese sind Beispiele für die Ansätze von „New Work“ und haben großen Einfluss auf Unternehmen und ihre Arbeitsprozesse. Ob sie wieder von Business as usual verdrängt werden, wird sich zeigen. Die Chance, die Zukunft der Arbeit neu zu schreiben, ist jedenfalls da. Denn die Frage, wie und wo wir arbeiten, hat Menschen auf der ganzen Welt beschäftigt. Könnte Corona der Wegbereiter für New Work gewesen sein?

Was ist New Work?

Ein diffuser Sammelbegriff für tiefgreifende Veränderungen in der Wirtschaftswelt. New Work impliziert „Arbeiten um zu leben statt leben um zu arbeiten.“ Das Konzept der „Neuen Arbeit“, oder auch „Arbeit 4.0“, beschreibt die Rahmenbedingungen, wie Arbeit in der heutigen Gesellschaft, die durch Digitalisierung und Globalisierung geprägt ist, „richtig gelebt“ werden kann. Begründet wurde die Bewegung vom austro-amerikanischen Sozialphilosophen Frithjof Bergmann, der in der kapitalistisch geprägten „Alten Arbeitswelt“ ein veraltetes System sieht, das die Menschen lähmt. Wohingegen sinnerfüllendes „Neues Arbeiten“, das von Freiheit und Selbstbestimmung gezeichnet ist, ihnen Leben einflöße.

Die Idee des 90-Jährigen, der selbst in mehr als 20 Jobs – darunter Tellerwäscher:in, Preisboxer:in, Hafenarbeiter:in, Fabrikarbeiter:in, Bankangestellter, Drehbuchautor:in und Unternehmensberater:in – gearbeitet hat, ist mehr als 40 Jahre alt. Trotzdem scheint das Konzept viele Antworten auf dringende Fragen unserer Zeit zu haben: Wie werden wir nach der Corona-Krise arbeiten? Wie verändert die Digitalisierung unsere Arbeit? Und wie gehen wir damit um?

Werte, Methoden und Techniken

New Work ist mehr als neue Technik, die das Arbeiten modernisiert und erleichtert. Das Konzept geht auch über Spaß an der Arbeit hinaus. Ein Wuzzeltisch trägt nicht zur Potenzialentfaltung bei, ein Obstkorb ermöglicht keine Teilhabe. New Work repräsentiert neben neuen Arbeitsmethoden und Technologien vor allem kontinuierlichen Wandel, einen Fokus auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen und die entsprechende Führungskultur. Das „Warum“ des Unternehmens verbindet sich mit dem „Warum“ und dem „Wie“ des Mitarbeiters. New Work fragt:

  • Warum tun wir als Unternehmen, was wir tun?
  • Warum bist du hier?
  • Wie möchten wir als Unternehmen unsere Ziele erreichen?
  • Wie kannst und willst du dich dabei einbringen?
Richard David Precht

Prof. Richard David Precht, Philosoph und Publizist:

"Es liegt in der Natur des Menschen, etwas zu gestalten, aber nicht von 9 bis 17 Uhr auf der Arbeit zu sitzen."

Unternehmen, die nach New Work-Ansätzen arbeiten, schaffen ein Umfeld, in dem Menschen produktiv sind, sich autonom entfalten können und gleichzeitig in ein Netzwerk eingebunden sind. Daraus ergeben sich folgende Kriterien:

  • Flache Hierarchien: demokratische FĂĽhrungskultur, offene Kommunikation, verkĂĽrzte Entscheidungswege, Selbstwirksamkeit der Mitarbeiter:innen, Handlungsspielräume im jeweiligen Verantwortungsbereich, Vertrauen, Wertschätzung
  • Agilität: Unternehmensprozesse sind so gestaltet, dass sie rasch an unvorhergesehene Ereignisse & neue Anforderungen angepasst werden können. Regelmäßiges Feedback, Vertrauenskultur, Fehlertoleranz, Auflösen von Silos und Abteilungsdenken
  • Individualität: Mitarbeiter:innen werden in Strategieentwicklung eingebunden & legen ihre Leistungs- und Lernziele selbstständig fest, Job Rotation & Wechsel von Arbeitsaufgaben sorgen fĂĽr mehr Freiheit
  • Neue BĂĽrokonzepte: flexible Work Spaces fördern Austausch & Kreativität in interdisziplinären und virtuellen Teams, Ruheräume ermöglichen fokussiertes Arbeiten

Anstatt New Work-Ansätze in alte Muster zu pressen, sollen wirklich Freiräume für Selbstständigkeit, Mitgestaltung, Kreativität und Entfaltung entstehen. Arbeit soll keine langweilige Betätigung sein, zu der man sich zwingt, um den Lebensunterhalt zu verdienen, sondern persönlichen Sinn stiften und erfüllen. Vorreiter dieses Arbeitsmodells sind zumeist Start-ups. Immer mehr traditionelle Unternehmen folgen aber mit ihrer Unternehmenskultur einer New Work-Philosophie, weil die Generationen X, Y und Z die Ausrichtung der Arbeit auf ihre individuellen Bedürfnisse immer mehr einfordern.

Alte Arbeitswelt vs. Neue Arbeitswelt: 5 Unterschiede

Welche Veränderungen ergeben sich durch das Konzept New Work? Holen Sie sich hier eine übersichtliche Infografik mit Details zu den Unterschieden zwischen New Work und Old Economy.

5 zentrale Punkte, damit New Work nicht zu Old Work im Home-Office wird:

New work astronaut
  1. Im Fokus steht die Work-Life-Balance der Arbeitnehmer:innen (bzw. geht es sogar in Richtung Work-Life-Blending), die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit. In Lohn und Brot zu stehen genügt nicht mehr.
  2. Es geht nicht nur um das Gewinnen neuer Talente, sondern insbesondere um das Halten guter Fachkräfte. Mitarbeiterzufriedenheit, eine gute Employee Experience, Weiterentwicklungsmöglichkeiten, Projektarbeit und Einsatz nach Stärken (auch interdisziplinär) sowie Flexibilität und Offenheit innerhalb der Organisation sind gefragt.
  3. Digitalisierung vernetzt und macht Arbeitsprozesse transparenter und effizienter. Unverzichtbar ist die technische Infrastruktur, um niedrigschwellig Informationen mit Kolleg:innen aus anderen Arbeitsbereichen zu teilen und um zeitfressende Routinetätigkeiten zu automatisieren.
  4. Starre Arbeitsstrukturen & Präsenzkultur weichen flexiblen Arbeitszeiten und -orten. Vertrauen sticht Kontrolle, mobiles Arbeiten ist nicht nur hochqualifizierten Mitarbeitern vorbehalten.
  5. Mit dem hierarchischen Führungsstil verlieren Unternehmen im War for Talents immer mehr an Attraktivität. New Work-Ansätze jetzt für sich zu entdecken, kann über die Zukunft der Firma entscheiden.

Warum New Work der Megatrend der nächsten Jahre ist

… und welche Chancen das Neue Arbeiten im Recruiting bringt:

Wie Frithjof Bergmann in einem Interview mit dem Standard erzählt, haben viele Unternehmen bereits erkannt, dass „glückliche Arbeitnehmer:innen, die sich mit ihrem Beruf identifizieren können, deutlich effizienter, zuverlässiger und auch selbstverantwortlicher sind.“ Neurobiologen, Psychologen und Verhaltensforscher können inzwischen belegen, dass mit Mitarbeiter:innen, die als reine Ressource ins Raster passen müssen, aus wirtschaftlichen Aspekten kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Engagierte Mitarbeiter:innen hat, wer Jobs mit Freiräumen, Sinnhaftigkeit und Identifikationsmöglichkeiten bieten kann. Dies untermauert auch eine von epunkt durchgeführte Befragung. Arbeitgeber:innen, die dies nicht bieten, kämpfen mit steigender Fluktuation, die dem Unternehmen teuer kommt und die Produktivität mindert.

Parallel zum Wertewandel ist auch der demographische Wandel in vollem Gange, die Gesellschaft altert. Nach den „Babyboomern“ folgen mit den Generationen Y und Z zwei Generationen, die deutlich weniger Nachwuchs verzeichnen. Die Folgen: Fachkräftemangel und wenige gute Talente auf viele offene Stellen. Das fordert Unternehmen im Employer Branding (gut & authentisch!) sowie in der Mitarbeiterbindung. Unternehmen, die laufend daran arbeiten, der beste Arbeitgeber, die beste Arbeitgeberin ihrer Branche zu sein, profitieren von wachsender Innovationskraft und erhöhtem Engagement der Mitarbeiter:innen, was langfristig zur Steigerung der Kundenzufriedenheit und damit der Wettbewerbsfähigkeit führt.

Für das Recruiting bedeutet das: Überleben werden jene Unternehmen, die so attraktiv sind, dass sie unabhängig vom Standort die besten Talente finden und deren Talentpool sich mit mehr Kandidat:innen befüllen lässt als ein 30 km-Radius um die Zentrale hergibt.

New Work verlangt nach New Leadership

Das beinhaltet nicht nur weiße Sneakers zum Anzug, sondern das Aufbrechen alter Hierarchien und eine starke Selbstorganisation in agilen Teams, die eigenständig schnelle Entscheidungen treffen. Inwiefern die Führungsrollen neu gedacht werden müssen, fasst New Work Coach Lea Böhm zusammen.

Wie setzt man New Work in die Praxis um?

Initiiert wird der Prozess von der Geschäftsführung, die ihn auch laufend begleitet. Die HR-Abteilung bringt fachliches Know-how ein, um die konkreten Veränderungen zu gestalten und die Führungskräfte übertragen sie in das tägliche Arbeiten. Die Mitarbeiter:innen werden auf dem Weg zu New Work selbst zu Führungskräften: jeder übernimmt in seiner Rolle die Führung zu verschiedenen Themen.

Best Practice-Beispiele

  • Die Agentur eMagnetix, ein Online Marketing Unternehmen aus Oberösterreich, hat 2018 die 30-Stunden-Woche bei Vollzeit-Gehalt eingefĂĽhrt.
  • Beim deutschen Kondomhersteller einhorn bestimmen Mitarbeiter:innen ihr Gehalt in Gruppen selbst. Gleiches gilt fĂĽr die Aufgaben und Urlaubstage.
  • Die deutsche Bäckerei Leonhardt fĂĽhrte neue Produktionszeiten, eine FĂĽnftagewoche und eine flexible Schichtplanung ein. Gebacken wird seitdem auch tagsĂĽber, die attraktiveren Arbeitszeiten wirken dem Fachkräftemangel entgegen.

Grenzen des neuen Arbeitsmodells

Klappt New Work in der Praxis tatsächlich? Neben zahlreichen Vorteilen gibt es auch Kritik:

  • New Work setzt auf der Arbeitnehmerseite jede Menge Selbstdisziplin und Selbstmanagement voraus.
  • Neue Arbeit verlangt eine exzellente Organisation und Koordination, um die BedĂĽrfnisse aller Mitarbeiter:innen unter einen Hut zu bringen. Fehlt es an Struktur, kann das im Chaos enden.
  • Kritiker fĂĽrchten permanente Erreichbarkeit und dass es fĂĽr Mitarbeiter:innen schwieriger wird, Arbeit und Freizeit zu trennen.
  • Die größte Kritik liegt in der Frage, ob New Work erfolgreicher macht. Mitarbeiter:innen in den Fokus zu rĂĽcken ist sinnvoll, motiviert und sorgt fĂĽr Zufriedenheit. DarĂĽber darf der Blick auf die Kund:innen nicht vergessen werden. Unromantisch formuliert: Ein Unternehmen ist erfolgreich, wenn es die Erwartungen seiner Kunden erfĂĽllt.

New Work Glossar

Agile ArbeitArt der Zusammenarbeit, die nicht mehr auf die strikte Umsetzung eines fixen Plans besteht. Stattdessen stehen das gemeinsame Verständnis des gewünschten Ergebnisses und ein laufendes Nachjustieren des Prozesses im Mittelpunkt.
Holacracy-MethodeForm der chef-freien Organisation, die der amerikanische Unternehmer Brian Robertson entwickelt hat. Holokratische Unternehmen sind in Kreisen organisiert, die aus Rollen oder Aufgaben bestehen. Jeder Kreis ist einem Zweck zugeordnet und dem über ihm liegenden größeren Kreis verantwortlich. Ein Mitarbeiter, eine Mitarbeiterin kann mehrere Rollen in verschiedenen Kreisen übernehmen, die sich alle selbst organisieren.
Job CraftingForm der individuellen Arbeitsgestaltung, bei der Mitarbeiter ihre Funktionen flexibel erfüllen und sich auf Aufgaben konzentrieren, die zu ihren Kompetenzen, Stärken und Bedürfnissen passen. Wird bei Google umgesetzt.
JobsharingArbeitszeitmodell, bei dem sich zwei oder mehrere Mitarbeiter eine Vollzeitstelle teilen.
New LeadershipVerteilung von Entscheidungsmacht auf verschiedene Köpfe und Schultern. Und das in wechselnden Konstellationen, je nach Aufgabe oder Projekt.

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