Carina Woegerbauer
Carina Woegerbauer
 schrieb am 28. Januar 2021

Top 5 Recruiting Trends 2021

Das Jahr 2020 war geprägt von Unsicherheit, sich schnell ändernden Voraussetzungen und neuen Anforderungen. Wir haben herausgefunden, wie es 2021 weitergeht.

Recruiter und HR-Teams waren gefordert, sich rasch auf diese Veränderungen einzustellen – von kompletten Hiring Stops oder unvorhergesehenen Bedarfsspitzen über Remote Recruiting inklusive digitalem Onboarding-Prozess bis hin zu ausschließlichem Home-Office und Virtual Leadership, glich das vergangene Jahr wohl einer Achterbahnfahrt im Dunkeln – yay.

RC mediumres 19

Recruiters will build new skills to align with the business. In fact, the fastest-growing skill for recruiters is personal development — the ability to add new skills.

Fastest growing skills

Quelle: LinkedIn: The Future of Recruiting. How COVID-19 is transforming hiring.

Ebenso agil geht es 2021 weiter. In diesem Jahr ist es für Recruiter besonders wichtig, neue Fähigkeiten zu entwickeln und vor allem: sich selbst weiter zu entwickeln, um auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren und diese fürs eigene Unternehmen aktiv mitgestalten zu können. Die Bandbreite an Fähigkeiten entwickelt sich in Richtung HR-Aufgaben weiter.

Daher wird, laut LinkedIn, der #1 Recruiter Skill für 2021 Anpassungsfähigkeit sein.

Aber schauen wir uns an, welche Themen das Recruiting in diesem Jahr wohl am wahrscheinlichsten prägen werden.

Trend #1: Employer Branding – warum gerade jetzt die Arbeitgebermarke stärken?

Diesen Boost an Aufmerksamkeit verdankt das Employer Branding wohl eindeutig der Corona-Pandemie. Im vergangenen Jahr investierten zahlreiche Unternehmen intensiv in ihre Arbeitgebermarke; wer diese Maßnahmen vernachlässigt hat, der bekam sofort die Rechnung präsentiert – denn die Wechselbereitschaft von Arbeitnehmern ist 2020 ebenso gestiegen.

63 % of talent professionals expect their employer branding budget to increase or stay the same.

EP mediumres 34

Und auch 2021 gilt: Mach‘ dich für die besten Talente am Markt interessant, bewirb‘ dich mit einer außergewöhnlichen Candidate Experience bei deinen Kandidaten und entwickle in 10 Schritten eine erfolgreiche Employer Branding-Strategie.

Ein Trend, der sich in den letzten Jahren ebenfalls immer mehr in den Vordergrund drängt und das Employer Branding unterstützt, ist der Candidate Centricity-Ansatz – eine Unternehmensstrategie, die den Kandidaten und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt. Da darf den ersten Schritt auch mal das Unternehmen machen, denn wer wird nicht gerne hofiert!? Mit Active Sourcing sind Sie einem Nebenbuhler vielleicht den entscheidenden Schritt voraus.

Im War for Talents wird es, auch aufgrund aktueller Entwicklungen, sicher nicht leichter, sich gegen Marktbegleiter durchzusetzen. Eine spannende, interessante und vor allem authentische Employer Brand kann da schon den Unterschied ausmachen.

Trend #2: Remote Work & virtuelles Recruiting – gekommen, um zu bleiben

Gekommen, um zu bleiben: das haben wir in letzter Zeit öfter gehört. Es ging dabei aber nicht um den perfekten Fleck – nein, die Rede war in den meisten Fällen von Remote Work, besser gesagt von Home-Office.

Die Vorteile müssen wohl mittlerweile auch die größten Home-Office-Skeptiker anerkannt haben. Studien zufolge zahlt es sich aus, Home-Office, auch nach der Krise, zu ermöglichen: 2 von 5 Arbeitstagen (oder 1/3 bzw. ¼ der gesamten Arbeitszeit) seien sinnvoll. Die Vorteile sind unumstritten:

  • positive, leistungssteigernde Effekte
  • mehr empfundene Autonomie
  • geringerer Work-Family-Conflict (natürlich nach der Corona-Krise, ohne Home-Schooling)
  • mehr Produktivität (Home-Office als Privileg)
  • positiv für die Employer Brand

Aufgrund des Social Distancing haben sich viele Stufen des Recruiting-Prozesses in die virtuelle Welt verlagert.

Angefangen beim ersten Touchpoint: der Stellenanzeige. An sich nichts Neues, eine Stellenanzeige im Netz zu finden, stimmt. Aber aufgrund der notwendigen Umstellung von face-to-face Bewerbungsgesprächen auf Videointerviews während der Corona-Krise hat sich auch in diesem Bereich etwas getan.

Die Videostellenanzeige

Der Trend, entscheidungsrelevante Infos einer offenen Stelle für den Kandidaten in ein Video zu verpacken, hat Fuß gefasst. Neben der Aufgabe als Informationsquelle geben diese Kurzvideos persönliche Einblicke: Egal ob direkte Führungskraft, CEO oder Kollege: der Kandidat bekommt dadurch ein Gefühl für das Unternehmen und die Mitarbeiter, mehr als durch die reine Auflistung von „Musst du, kannst du, sollst du“ und „Wir bieten“.

Mehr zum Thema Remote Recruiting.

Trend #3: Diversity & Inclusion

A 2015 report* by McKinsey revealed that, among the 366 companies surveyed, the top-performing companies were also the most diverse.

Nicht umsonst sind diese beiden Begriffe in HR-Kreisen aktuell in aller Munde. Diverse, inklusive Teams bringen viele Vorteile mit sich. Strategien, um Diversität und Inklusion bereits im Einstellungsprozess zu berücksichtigen, können sein:

  • Diversity Trainings besuchen (z. B. den Kurs Managing Diversity am BFI Wien)
  • Gängige und oft unterbewusste Vorurteile bewusst machen
  • Das Hiring Committee so divers wie möglich gestalten
  • Stellen Sie allen Kandidaten dieselben Fragen

Weitere Tipps zum Thema Hiring und Diversity gibt’s auf forbes.com.

Vorteile eines diversen Arbeitsplatzes:

  • Tolerante und vielfältige Unternehmen ziehen Bewerber an
  • Diversity steigert die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit
  • Diverse Unternehmen sind profitabler*
  • Bewerber und Mitarbeiter legen großen Wert auf Diversity & Inklusion

Die Erfolge und Veränderungen, die durch Diversity Management im Unternehmen entstehen können, zeigt auch die Studie „Diversity Management Study“ der PageGroup deutlich.

Grafik diversity

Quelle: PageGroup, Diversity Management Study, 2018.

*zum Report: McKinsey & Company - Why Diversity matters

Trend #4: AI und Recruitment Automation

Merriam-Webster definiert AI (Artificial Intelligence) als

... the capability of a machine to imitate intelligent human behavior

Welche Möglichkeiten gibt es, ein Automation Tool zu nutzen*?

1. Zum Screenen von Lebensläufen

„A recruiter spends on average 23 hours screening resumes for a single hire.“ (ideal.com)

Und dabei seien 88 % der Lebensläufe für diese bestimmte Position nicht geeignet. Gekoppelt mit einem ATS kann das Tool Lebensläufe auf die Anforderungen eines Jobs scannen und spart dem Recruiter so viel Zeit.

2. Für regelmäßige Updates via automatische E-Mails

Regelmäßige Updates im Bewerbungsprozess zum Beispiel mittels Chatbots, die vorqualifizierende Fragen stellen, Feedback geben oder Vorschläge für die nächsten Schritte im Prozess machen.

3. Zur Analyse von Interviews

Automation Tools können bei aufgezeichneten Videointerviews anhand von Wortwahl, Sprachmustern sowie Gesichtsausdruck und Mimik erkennen, ob ein Kandidat gut für die zu besetzende Position geeignet ist und bereits eine Vorauswahl treffen.

Bei all diesen Möglichkeiten ist es umso wichtiger, darauf zu achten, dass die persönliche Note nicht verloren geht. Recruiting ist und bleibt menschlich. Und oft entscheiden hier nicht allein fachliche Qualifikationen, sondern vielleicht auch mal das Bauchgefühl, das KI (noch) nicht mitbringt 😉.

*dies ist natürlich nur eine Auswahl.

Trend #5: Gamification im Recruiting-Prozess

Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.

Friedrich Schiller

Daran besteht kein Zweifel: Denn keine andere Spezies spielt so viel wie der Mensch; und dabei reden wir nicht (nur) von Kindern – auch wir Erwachsenen füllen unsere Freizeit leidenschaftlich gern mit sportlichen Spielen, Videogames, Gesellschaftsspielen oder Glücksspiel.

Also warum nicht diesen angeborenen Spieltrieb auch im professionellen Umfeld aktivieren und befriedigen? Wie? Mittels Gamification. Gamification beschreibt die Übertragung von spielerischen Elementen auf einen neuen, spielfremden, meist digitalen Kontext, in unserem Fall auf den Recruiting-Prozess.

Was wird von Games übertragen? Neben optischen Elementen, sprich dem Spieldesign, werden auch verschiedene Prinzipien und Mechaniken aus dem Gaming-Bereich übernommen, mit dem Ziel bestimmte Motivationen und Verhaltensweisen zu fördern, also zum Beispiel die Bereitschaft zur Beteiligung und die Interaktion mit der Zielgruppe zu steigern.

Spieltypische Elemente einbauen: Wo & Wie

Gamification im Auswahlprozess
Gamification im Auswahlprozess
Der Kandidat muss spielerisch verschiedene Aufgaben lösen – und kann so mit kreativen Lösungsansätzen, Zeitmanagement oder innovativem Denken seine im Lebenslauf festgehaltenen Soft Skills direkt unter Beweis stellen. Recruiter haben so die Möglichkeit festzustellen, ob jemand tatsächlich für die Position geeignet ist.
Gamification im Bewerbungsprozess
Gamification im Bewerbungsprozess
spielerische Etappensiege einbauen
Gamification auf der Karriereseite
Gamification auf der Karriereseite
Unternehmen können auf der Seite spielerische Elemente einbauen – zum Beispiel Kandidaten digital durch die Welt des Unternehmens führen.

Gründe, warum sich Gamification auszahlt

  • Employer Brand stärken
  • Als innovativer Arbeitgeber präsentieren
  • Mehr Aufmerksamkeit
  • Bewerbermotivation deutlich steigern
  • Abbruchquote senken
  • Effizienteres Recruiting
  • Soft Skills im Vorfeld evaluieren

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