Carina Woegerbauer
Carina Woegerbauer
 schrieb am 6. April 2021

"Wir müssen reden" – 6 Gründe, warum Sie nicht auf ein Austrittsgespräch verzichten sollten

Wer diesen Satz hört, ahnt vermutlich schon, was kommt. Es bahnt sich ein Gespräch an, das meist eine gravierende Veränderung nach sich zieht. Im Exit Management sollte dieser Satz (zumindest in den Gedanken jedes HR-Managers) fallen, wenn die Karten bereits am Tisch liegen und die Kündigung ausgesprochen ist. Wir verraten Ihnen 6 Gründe, warum ein professionelles Exit Interview absolut Sinn macht.

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Exklusiver Premium-Inhalt: Leitfaden für professionelle Exit-Gespräche

Austrittsgespräche sind DAS Werkzeug schlechthin, um ehrliches Feedback von Mitarbeitern zu bekommen. Ein Exit-Gespräch sollte daher fester Bestandteil des Offboarding-Prozesses sein – der Mitarbeiter wird nach den Gründen für die Kündigung gefragt, nach subjektiven Eindrücken und nach Verbesserungsvorschlägen. Im Idealfall orientiert sich der Gesprächsleiter an einem strukturierten Leitfaden mit standardisierten Fragen und macht sich Notizen – der Mitarbeiter sollte den Fragebogen nicht selbst ausfüllen.

6 Gründe, warum Sie nicht auf ein Austrittsgespräch verzichten sollten

(1) Blick auf die unverblümte Wahrheit
(1) Blick auf die unverblümte Wahrheit
Mitarbeiter, die das Schiff verlassen geben ehrlicheres Feedback, da sie nichts mehr zu verlieren haben. Diese Wahrheiten geben tiefe Einblicke in die Unternehmens- und Führungskultur.
(2) Imagebooster
(2) Imagebooster
Das Abschlussgespräch ist oft die letzte Chance für ein (hoffentlich doch noch) versöhnliches Ende. Sie beweisen damit Kritikfähigkeit, zeigen Offenheit für Veränderung und Verbesserung und machen sich als Unternehmen menschlich – hören Sie zu, zeigen Sie Verständnis und sprechen Sie Ihre Wertschätzung aus. Das tut Ihrer Employer Brand gut.
(3) Wo stehe ich, wo die anderen
(3) Wo stehe ich, wo die anderen
Sprechen Sie mit dem Kollegen auch über seine Zukunftspläne. Gesammelte Informationen über Marktbegleiter können Ihnen zeigen, ob Sie auf dem richtigen Weg sind.
(4) Veränderung statt Stillstand
(4) Veränderung statt Stillstand
Die Auswertung und Analyse der Ergebnisse aus den Exit Interviews schenkt Ihnen die Möglichkeit, Maßnahmen abzuleiten und für das Unternehmen umzusetzen. Nutzen Sie diese Chance für Veränderung.

Mit den ergriffenen Maßnahmen zur Win-Win-Situation

(5) Mitarbeiterbindung und Zufriedenheit steigern
(5) Mitarbeiterbindung und Zufriedenheit steigern
(6) Mitarbeiterfluktuation verringern
(6) Mitarbeiterfluktuation verringern

Let’s talk about … – Themen, die Sie im Exit Interview abdecken sollten

  • Kündigungsgrund: Wird häufig derselbe Grund genannt, ist in diesem Bereich wohl Feuer am Dach und es besteht Handlungsbedarf.
  • HR und Onboarding-Prozess: Es ist sinnvoll, standardisierte Prozesse regelmäßig zu hinterfragen und gegebenenfalls zu adaptieren.
  • Aufgabengebiet & Position: Erfragen Sie die Zufriedenheit mit den Aufgaben, mit vertraglichen Bedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Arbeitsklima, Unternehmenskultur & Führungskräfteverhalten: Sind wir wirklich die, die wir vorgeben zu sein? Der ehrliche Blick von Innen bringt die Wahrheit ans Licht.

En détail: In unserem standardisierten Leitfaden für professionelle, vertrauliche und ehrliche Exit Interviews haben wir Fragen zu diesen Bereichen für Sie gesammelt.

Wer, wann, wie & wo: Die Rahmenbedingungen fürs Exit-Gespräch

EP mediumres 34

4-Augen-Gespräch: Das Gespräch sollte im besten Fall zwischen dem Mitarbeiter und einem neutralen Kollegen (aus der HR-Abteilung) stattfinden.

Das Timing: Setzen Sie das Gespräch an einem der letzten Arbeitstage des Mitarbeiters an. Das Dienstzeugnis sollte in jedem Fall bereits ausgehändigt worden sein.

Das Briefing: Bereiten Sie den Kollegen auf das Gespräch vor, informieren Sie ihn über das Ziel und den Ablauf. Betonen Sie den offenen und ehrlichen Charakter des Gesprächs, in dem Sie seine persönliche Meinung erfahren möchten.

Zu mir oder zu dir: Diese Frage stellt sich nicht. Suchen Sie für das Gespräch einen neutralen Ort aus, am besten einen (Meeting-)Raum mit angenehmer Atmosphäre.

Please, don’t: Die absoluten No-Gos im Austrittsgespräch

EP mediumres 67
  • Den Vorgesetzten einladen: Die direkte oder indirekte Führungskraft hat in einem Exit-Gespräch nichts verloren. Außer, Ihnen liegt an ehrlichem Feedback nichts.
  • Vertraulichkeit verletzen: Die Ergebnisse müssen in der Personalabteilung bleiben und auch dort ausgewertet werden. Die Führungsebene bekommt nur anonymisierte, zusammengefasste Berichte.
  • Druck ausüben & nachbohren, um Antworten zu erhalten: Möchte der Mitarbeiter zu einem Thema nichts sagen, respektieren Sie das.
  • Feedback kommentieren oder bewerten: Lassen Sie den Mitarbeiter reden, ohne seine Äußerungen zu kommentieren oder zu bewerten. Bleiben Sie bei Ihrer neutralen Position und beziehen Sie nicht Stellung.

Download: Standardisierter Leitfaden für professionelle, vertrauliche und ehrliche Exit Interviews

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