Marlene Gattringer
Marlene Gattringer
 schrieb am 20. August 2020

Im Bewerbungsgespräch überzeugen – so funktioniert´s

Glückwunsch! Du hast es geschafft und konntest mit deinen Bewerbungsunterlagen überzeugen. Jetzt bist du nur noch einen letzten Schritt vom Traumjob entfernt: dem Bewerbungsgespräch.

Angst, in ein Fettnäpfchen zu treten oder dich falsch zu verhalten? Keine Sorge. In diesem Beitrag haben wir 12 Tipps für dein nächstes Vorstellungsgespräch und verraten dir die häufigsten Gründe für eine Jobabsage.

Inhalt.

#1 Vorbereitung auf das Jobinterview

Viele denken: „Ein guter erster Eindruck ist das allerwichtigste – das anschließende Gespräch wird schon schief gehen.“ Leider kann eine solche Einstellung auch gewaltig nach hinten losgehen, denn völlig unvorbereitet solltest du auf keinen Fall zum Bewerbungsgespräch erscheinen. Die richtige Vorbereitung ist entscheidend und somit das A und O für dein bevorstehendes Interview.

Nicht nur das: Ein gut vorbereiteter Kandidat bringt neben einer höheren Kompetenz auch mehr Selbstsicherheit mit. Du möchtest diesen Job unbedingt? Gut, dann solltest du dich vorab auf ein paar Dinge vorbereiten. Diese Checkliste hilft dir dabei:

  • Anreise: Wo befindet sich das Unternehmen?
  • Dresscode: Wie möchte ich mich präsentieren?
  • Unterlagen: Welche Unterlagen sind mitzubringen?
  • Recherche: Was muss ich über das Unternehmen wissen?
  • Interview: Worauf kann ich mich vorbereiten?
  • Gehalt: Wie hoch ist mein Wunschgehalt?
  • Fragen: Welche Dinge möchte ich über das Unternehmen bzw. den Job erfahren?

Bewerbungsunterlagen ausdrucken – still necessary?

Verloren, vergessen, verlegt oder unauffindbar - solche Hoppalas passieren dem Personalchef mit Bewerbungsunterlagen (wie Lebenslauf, Bewerbungsschreiben, Zeugnisse, etc.) äußerst selten. Nichtsdestotrotz sollte man als Kandidat darauf vorbereitet sein und seine Dokumente (immer noch!) ausgedruckt mitnehmen. Auch wenn sie am Ende des Tages nicht benötigt werden, zeigst du dem Arbeitgeber zumindest: „Ich bin vorbereitet“.

Um wichtige Punkte zu notieren, sind Block & Kugelschreiber ebenfalls von Vorteil. Damit unterstreichst du dein Interesse am Job und es hilft dir, dich später besser an die besprochenen Details zu erinnern. Anstatt dich allerdings hinter deinem Notizblock zu verstecken, solltest du mit der Aufmerksamkeit stets bei deinem Gesprächspartner bleiben.

Nervös? Vielleicht hilft es dir, wenn du während des Gesprächs deine Unterlagen oder einen Stift in der Hand hältst. Das nimmt dir einerseits die Unsicherheit und andererseits die Entscheidung, was du mit deinen Händen machen sollst.

Bewerbungsgespräch

15 häufige Fragen im Bewerbungsgespräch

Für die Beantwortung der folgenden Fragen verraten wir dir schon jetzt unseren Profi-Tipp #1: Sei ehrlich & authentisch. Denn Lügen im Interview lassen dich rot anlaufen, meist unsicher wirken oder noch schlimmer: Sie fallen dem Personalchef sofort auf.

Falls du allerdings eine sehr persönliche oder kritische Frage nicht beantworten möchtest, dann ist das völlig in Ordnung. Wichtig ist nur, dass du das auch klar und deutlich im Vorstellungsgespräch kommunizierst, um mögliche Missverständnisse vorzubeugen.

Auf diese Fragen solltest du dich gut vorbereiten:

  • Können Sie sich bitte kurz vorstellen?
  • Warum interessieren Sie sich ausgerechnet für diesen Job?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Sind Sie bereit, sich weiterzubilden?
  • Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?
  • Was sind Ihre Stärken und Schwächen? (Bereite am besten je fünf vor - mit Begründung).
  • Warum haben Sie sich für diese Studienrichtung oder Schulausbildung entschieden?
  • Welche Ihrer bisherigen Erfahrungen (auch schulisch) sind Ihrer Meinung nach relevant für diese Position?
  • Berufserfahrene: Welche Dinge sollten sich bei einem Wechsel des Arbeitgebers auf jeden Fall ändern? / Berufseinsteiger: Was ist Ihnen im Berufsleben wichtig?
  • Wie gehen Sie mit Stress oder Konfliktsituationen um?
  • Sind Sie bereit, Überstunden zu machen? Wenn ja, in welchem Ausmaß?
  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
  • Was motiviert Sie?
  • Erzählen Sie von einer Fehlentscheidung, die Sie getroffen haben. Was waren die Auswirkungen und was haben Sie dabei gelernt?
  • Soft Skills: Wie gehen Sie mit Kritik um? Wie verhalten Sie sich, wenn ein wichtiges Projekt zu scheitern droht? Bevorzugen Sie zu reden oder zu handeln? Welche Rolle übernehmen Sie in Gruppenarbeiten?
Astronaut Kostüm

Dresscode Vorstellungsgespräch – Jeans vs. Anzug

Dein Outfit bzw. gesamtes Erscheinungsbild ist wesentlich für einen guten ersten Eindruck. Saubere, ordentliche Kleidung und ein gepflegter Haarschnitt sind deshalb Pflicht. Je nachdem, bei welchem Unternehmen du dich bewirbst, muss es nicht unbedingt Anzug und Krawatte sein.

Du solltest dich wohlfühlen und mit deiner Kleidung signalisieren: „Dieses Gespräch ist mir wichtig“. Falls du dir unsicher bist, kleide dich lieber etwas schicker als zu leger.

12 Tipps für das Bewerbungsgespräch – so verhältst du dich richtig

  1. Sei ehrlich & authentisch
  2. Behandle alle im Unternehmen als wären Sie dein Interviewpartner
  3. Versuche trotz Nervosität gelassen zu bleiben
  4. Grüße deinen Interviewpartner höflich, aber warte, bis er dir zuerst die Hand entgegenstreckt
  5. Vermittle Selbstsicherheit mit deiner Körpersprache
  6. Antworte in mehreren, vollständigen Sätzen
  7. Finde einen Mittelweg zwischen Sprechen & aufmerksamem Zuhören
  8. Zeige Interesse für dein zukünftiges Aufgabengebiet
  9. Stelle Fragen an den Arbeitgeber
  10. Erkundige dich nach deinen zukünftigen Kollegen
  11. Frage, wann du mit einer Rückmeldung rechnen kannst
  12. Lächle & behalte stets einen angenehmen Blickkontakt

Wusstest du, dass die ideale Dauer eines durchgehenden Augenkontakts bei 3,3 Sekunden liegt? Danach wird es für den Gesprächspartner schnell unangenehm oder einer von beiden hält ihn einfach nicht mehr.

6 No-Gos im Jobinterview

„Das Gespräch ist doch gut verlaufen. Warum habe ich schon wieder eine Absage erhalten?“ Nicht immer kann man sich eine Absage nach dem Vorstellungsgespräch erklären. Manchmal sind es auch Kleinigkeiten, die für eine Entscheidung ausschlaggebend sind.

Diese offensichtlichen Stolpersteine solltest du aber unbedingt vermeiden:

  • zu spät erscheinen
  • Gehaltswunsch bereits zu Beginn ansprechen
  • kein Interesse am Aufgabengebiet zeigen
  • über ehemalige Arbeitgeber schimpfen
  • sich sofort nach dem Urlaub erkundigen
  • nervös an deiner Kleidung zupfen

Nur der erste Eindruck zählt, richtig?

Von dem Zeitpunkt an dem du den Raum betrittst bis zum Verabschieden: Der erste Eindruck bleibt am längsten im Gedächtnis. Ein freundliches Lächeln, eine positive Ausstrahlung und schon hast du den Job in der Tasche? Nein, ganz so leicht funktioniert´s dann leider doch nicht.

Nach der Begrüßung ist es wichtig, deinen guten ersten Eindruck zu bestätigen. Weder der Kandidat noch der Arbeitgeber sollten einen Monolog von sich geben. Die Herausforderung liegt also darin, einen angenehmen Mittelweg zwischen Sprechen und Zuhören zu finden.

Je nachdem, wie das Gespräch verläuft, kannst du dich schlussendlich immer noch in die positive oder auch negative Richtung lenken. Die Wahrscheinlichkeit, nach einem schlechten ersten Eindruck als Kandidat noch zu überzeugen, ist aber weit geringer als andersherum.

Wie erkenne ich, ob das Jobinterview gut oder schlecht verlaufen ist? Durchschnittlich dauert ein Bewerbungsgespräch zwischen 45 und 60 Minuten. Wenn das Gespräch länger dauert, ist das grundsätzlich ein gutes Zeichen. Sollte es der Personalchef jedoch früher als geplant abbrechen, sind deine Chancen auf den Job eher gering.

Fragen an den Arbeitgeber: 10 Beispiele

  • Welche Aufgaben erwarten mich in dieser Position?
  • Wer ist mein direkter Vorgesetzter?
  • Welche Erwartungen haben Sie an mich?
  • Wie würden Sie die Unternehmenskultur beschreiben?
  • Welche Herausforderungen kommen auf mich zu?
  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
  • Mit welchen Mitarbeitern / Abteilungen werde ich hauptsächlich zusammenarbeiten?
  • Wie lange ist die Einarbeitungszeit?
  • Ist ein Probetag im Unternehmen möglich?
  • Warum ist die Position vakant?

Was passiert nach dem Bewerbungsgespräch?

Endlich geschafft. Das Gespräch verlief deiner Ansicht nach positiv – soweit, so gut. 😊 Doch wie geht es jetzt weiter?

  • Der Arbeitgeber verspricht sich zu melden:
    Wenn sich 3-4 Tage nach der vereinbarten Frist niemand gemeldet hat, solltest du aktiv nachfragen, ob bereits eine Entscheidung getroffen wurde. Sei proaktiv und rufe direkt beim Unternehmen an! Auch wenn du danach auf eine weitere Woche vertröstet wirst, bleibe dran. Immerhin möchtest du den Job, oder?
  • Es liegt in deiner Hand, dich zu melden:
    An dieser Stelle ist es wichtig, rechtzeitig zu handeln. Warte nicht länger als 4 Tage, bevor du dich telefonisch beim Arbeitgeber meldest. Falls du noch keine Entscheidung treffen kannst, sei offen und bitte noch um etwas Geduld. Hauptsache ist, dass du dich meldest. Wenn du darauf vergisst, könnte deinen Platz bereits jemand anderes eingenommen haben.

Falls dir der Personalchef bereits direkt nach deinem Vorstellungsgespräch den Job garantiert, warte mit deiner Zusage unbedingt noch ab. Gehe in dich, sprich mit Freunden oder der Familie und melde dich erst 1-2 Tage nach deinem Interview. Nimm dir unbedingt die Zeit, die du brauchst, um diese wichtige – vielleicht auch langfristige – Entscheidung zu treffen.

Die wahren Gründe, warum du den Job (nicht) bekommst

Von welchen Faktoren hängt eine Zu- oder Absage ab? Diese Auflistung verrät mehr darüber:

ZusageAbsage
+ positiver erster Eindruck- unsympathischer erster Eindruck
+ überzeugend im Interview- wortkarg im Interview
+ sympathische, mitreißende Persönlichkeit- unterbricht ständig den Gesprächspartner
+ hohe fachliche Kompetenz- falsches Anforderungsprofil
+ richtiges Anforderungsprofil- kein Interesse am Unternehmen / an der Jobposition
+ passt gut ins Team- spricht negativ über den letzten Arbeitgeber
+ außer Konkurrenz - unpünktlich
+ professionelles, kompetentes Auftreten- kennt eigene Fehler und Schwächen nicht
+ ehrlich & offen im Gespräch- lügt, um etwas zu vertuschen

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