Marlene Gattringer
Marlene Gattringer
 schrieb am 16. November 2021

Bewerbungsgespräch: 12 Tipps, wie du es meisterst

Nach der erfolgreichen Bewerbung bist du nur noch einen letzten Step vom Traumjob entfernt: dem Vorstellungsgespräch.

Angst, in ein Fettnäpfchen zu treten oder dich falsch zu verhalten? Wir haben 12 Tipps für dein nächstes Bewerbungsgespräch zusammengefasst und verraten dir die häufigsten Hoppalas.

Wie bereite ich mich auf das Bewerbungsgespräch vor?

Positiv denken ist gut, aber um im Jobinterview wirklich zu überzeugen, braucht es mehr als das. Mit der richtigen Vorbereitung bringst du mehr Selbstsicherheit mit und verschaffst dir einen klaren Vorteil gegenüber anderen Kandidat:innen.

Du möchtest diesen Job unbedingt? Gut, dann überlasse das Vorstellungsgespräch nicht dem Zufall und mach dir bereits vorab ein paar Gedanken. Diese Checkliste hilft dir dabei:

AnreiseWo befindet sich das Unternehmen?
DresscodeWie möchte ich mich präsentieren?
UnterlagenWelche Unterlagen benötige ich?
RechercheWas muss ich über das Unternehmen wissen?
InterviewWorauf kann ich mich vorbereiten?
GehaltWie hoch ist mein Wunschgehalt?
FragenWelche Dinge möchte ich über das Unternehmen / den Job erfahren?

Dresscode: Jeans vs. Anzug

Dein gesamtes Erscheinungsbild ist wesentlich für einen guten ersten Eindruck. Saubere, ordentliche Kleidung und ein gepflegter Haarschnitt sind deshalb Pflicht.

Astronaut Kostüm

Je nachdem, bei welchem Unternehmen du dich bewirbst, muss es nicht unbedingt Anzug mit Krawatte oder weiße Bluse, schwarzer Blazer sein.

Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst und mit deiner Kleidung signalisierst: „Dieses Gespräch ist mir wichtig“. Falls du dir unsicher bist, kleide dich lieber etwas schicker als zu leger.

15 häufige Fragen im Vorstellungsgespräch

Für die Beantwortung der folgenden Fragen verraten wir dir unseren Profi-Tipp #1: Sei ehrlich & authentisch. Denn Lügen im Interview lassen dich rot anlaufen, meist unsicher wirken oder noch schlimmer: Sie fallen dem Personalchef, der Personalchefin sofort auf.

Wenn du eine sehr persönliche oder kritische Frage im Bewerbungsgespräch nicht beantworten möchtest, dann ist das völlig in Ordnung. Um möglichen Missverständnissen vorzubeugen, empfehlen wir, eine solche Situation immer direkt anzusprechen.

Auf diese Fragen solltest du dich gut vorbereiten:

  1. Können Sie sich kurz vorstellen?
  2. Warum interessieren Sie sich ausgerechnet für diesen Job?
  3. Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  4. Sind Sie bereit, sich weiterzubilden?
  5. Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?
  6. Was sind Ihre Stärken und Schwächen? (Bereite am besten je fünf mit Begründung vor).
  7. Warum haben Sie sich für diese Studienrichtung oder Schulausbildung entschieden?
  8. Welche Ihrer bisherigen Erfahrungen (auch schulisch) sind Ihrer Meinung nach relevant für diese Position?
  9. Berufserfahrene: Welche Dinge sollten sich bei einem Unternehmenswechsel auf jeden Fall ändern? | Berufseinsteiger:innen: Was ist Ihnen im Beruf besonders wichtig?
  10. Wie gehen Sie mit Stress oder Konfliktsituationen um?
  11. Sind Sie bereit, Überstunden zu machen? Wenn ja, in welchem Ausmaß?
  12. Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
  13. Was motiviert Sie?
  14. Erzählen Sie von einer Fehlentscheidung, die Sie getroffen haben. Was waren die Auswirkungen und was haben Sie dabei gelernt?
  15. Soft Skills: Wie gehen Sie mit Kritik um? Wie verhalten Sie sich, wenn ein wichtiges Projekt zu scheitern droht? Bevorzugen Sie zu reden oder zu handeln? Welche Rolle übernehmen Sie in Gruppenarbeiten?

Nervös? Versuche während des Gesprächs deine Unterlagen oder einen Stift in der Hand zu halten. Das nimmt dir einerseits die Unsicherheit und vermeidet andererseits unkontrolliertes Herumfuchteln.

Muss ich meine Bewerbungsunterlagen ausdrucken?

Verloren, vergessen, verlegt oder unauffindbar – solche Hoppalas passieren dem Personalchef, der Personalchefin mit Bewerbungsunterlagen (wie Lebenslauf, Bewerbungsschreiben, Zeugnisse etc.) äußerst selten. Nichtsdestotrotz sollte man als Kandidat:in darauf vorbereitet sein und seine Dokumente noch immer (!) ausgedruckt mitnehmen. Auch wenn sie am Ende des Tages nicht benötigt werden, zeigst du dem Unternehmen, dass du für den Fall der Fälle vorbereitet bist.

Um wichtige Punkte zu notieren, sind Block & Kugelschreiber ebenfalls von Vorteil. Damit unterstreichst du dein Interesse am Job und wirst dich später besser an die besprochenen Details erinnern. Aber bleibe mit der Aufmerksamkeit stets bei deinem Gegenüber und nutze den Notizblock nicht als Schutzschild.

12 Tipps fürs Bewerbungsgespräch: So verhältst du dich richtig

  1. Sei ehrlich & authentisch
  2. Behandle alle im Unternehmen als wären sie dein Interviewpartner, deine Interviewpartnerin
  3. Versuche trotz Nervosität gelassen zu bleiben
  4. Grüße dein Gegenüber höflich
  5. Vermittle Selbstsicherheit mit deiner Körpersprache
  6. Antworte in mehreren, vollständigen Sätzen
  7. Finde einen Mittelweg zwischen Sprechen & aufmerksamem Zuhören
  8. Zeige Interesse für dein zukünftiges Aufgabengebiet
  9. Stelle Fragen an den Arbeitgeber, die Arbeitgeberin
  10. Erkundige dich nach deinen zukünftigen Kolleg:innen
  11. Frage, wann du mit einer Rückmeldung rechnen kannst
  12. Lächle & behalte stets einen angenehmen Blickkontakt
Blickkontakt

Wusstest du, dass die perfekte Dauer eines durchgehenden Blickkontakts bei 3,3 Sekunden liegt?

Danach wird es für den Gesprächspartner, die Gesprächspartnerin schnell unangenehm oder einer von beiden hält ihn einfach nicht mehr.

Was ist bei einem Videointerview zu beachten?

Abgesehen von einer funktionierenden technischen Ausstattung ist ein ruhiger, ungestörter Platz für die virtuelle Gesprächssituation die wichtigste Voraussetzung. Wähle dein Outfit als wärst du bei einem face-to-face Interview, bleibe du selbst und lass dich von technischen Problemen nicht verunsichern (das kann immer passieren).

No-Gos im Bewerbungsgespräch

„Das Gespräch ist doch gut verlaufen. Warum habe ich schon wieder eine Absage erhalten?“ Nicht immer kann man sich eine Absage nach dem Vorstellungsgespräch erklären. Manchmal sind es auch Kleinigkeiten, die für eine Entscheidung ausschlaggebend sind.

Diese offensichtlichen Stolpersteine solltest du aber unbedingt vermeiden:

  1. zu spät erscheinen
  2. Gehaltswunsch bereits zu Beginn ansprechen
  3. kein Interesse am Aufgabengebiet zeigen
  4. über ehemalige Arbeitgeber:innen schimpfen
  5. sich sofort nach dem Urlaub erkundigen
  6. nervös an deiner Kleidung zupfen

Wie erkenne ich, ob das Jobinterview gut oder schlecht verlaufen ist? Durchschnittlich dauern Bewerbungsgespräche zwischen 45 und 60 Minuten. Wenn das Gespräch länger dauert, ist das ein gutes Zeichen. Sollte es der Personalchef, die Personalchefin früher als geplant abbrechen, sind deine Chancen auf den Job eher gering.

10 mögliche Fragen an die Arbeitgeberin, den Arbeitgeber

  1. Welche Aufgaben erwarten mich in dieser Position?
  2. Wer ist meine direkte Führungskraft?
  3. Welche Erwartungen haben Sie an mich?
  4. Wie würden Sie die Unternehmenskultur beschreiben?
  5. Welche Herausforderungen kommen auf mich zu?
  6. Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
  7. Mit welchen Mitarbeiter:innen / Abteilungen werde ich hauptsächlich zusammenarbeiten?
  8. Wie lange dauert die Onboarding-Phase?
  9. Ist ein Probetag im Unternehmen möglich?
  10. Warum ist die Position unbesetzt?
Bewerbungsgespraech

Wie geht es weiter nach dem Vorstellungsgespräch?

Puh, endlich geschafft. Das Gespräch verlief positiv – soweit, so gut. Doch wie geht es jetzt weiter?

  • Des Unternehmen verspricht sich zu melden.
    Wenn sich 3-4 Tage nach der vereinbarten Frist niemand gemeldet hat, solltest du aktiv nachfragen, ob bereits eine Entscheidung getroffen wurde. Sei proaktiv, rufe direkt beim Unternehmen an und bleib dran, auch wenn du danach auf eine weitere Woche vertröstet wirst.
  • Du sollst dich nach x Tagen melden.
    Wenn du innerhalb der vereinbarten Frist keine Entscheidung treffen kannst, sei offen und bitte um etwas Geduld. Spätestens nach 4 Tagen solltest du dich dann telefonisch beim Arbeitgeber melden, ansonsten könnte bereits jemand anderes auf deinem Platz sitzen.

Das Unternehmen hat dir sofort nach dem Vorstellungsgespräch den Job garantiert? Warte mit deiner fixen Zusage noch ab. Gehe in dich, sprich mit Freunden, deiner Familie und melde dich 1-2 Tage nach dem Interview bei der Arbeitgeberin, dem Arbeitgeber.

Nimm dir unbedingt die Zeit, die du brauchst, um diese wichtige (vielleicht langfristige) Entscheidung zu treffen.

Bekomme ich den Job? Die 9 häufigsten Absagegründe

Von dem Zeitpunkt an dem du den Raum betrittst bis zum Verabschieden: Der erste Eindruck bleibt am längsten im Gedächtnis. Aber reicht ein freundliches Lächeln und eine positive Ausstrahlung, um den Gesprächspartner / die Gesprächspartnerin zu überzeugen? Nein. Ganz so leicht funktioniert's dann doch nicht. Diese Auflistung zeigt die häufigsten Gründe, warum jemand nach einem Bewerbungsgespräch frühzeitig nach Hause geschickt wird:

falsches Anforderungsprofil, fehlende fachliche Kompetenz
distanziert, verschlossen im Interview
kein Interesse am Unternehmen / an der Jobposition
unsympathischer erster Eindruck
spricht negativ über letzte Arbeitgeber:innen
unpünktlich (und sieht das selbst am wenigsten als Problem)
gesteht sich keine eigenen Fehler und Schwächen ein
lügt, um unangenehme Themen zu vertuschen
lässt einen nicht zu Wort kommen, spricht ununterbrochen
distanziert, verschlossen im Interview
kein Interesse am Unternehmen / an der Jobposition
unsympathischer erster Eindruck
spricht negativ über letzte Arbeitgeber:innen
unpünktlich (und sieht das selbst am wenigsten als Problem)
gesteht sich keine eigenen Fehler und Schwächen ein
lügt, um unangenehme Themen zu vertuschen
lässt einen nicht zu Wort kommen, spricht ununterbrochen

Der anschließende zweite Eindruck ist fast genauso wichtig. Im Gespräch liegt die Herausforderung darin, einen angenehmen Mittelweg zwischen Sprechen und Zuhören zu finden – weder Kandidat:in noch Arbeitgeber:in sollen einen Monolog führen.

Bedenke trotzdem: Die Wahrscheinlichkeit, nach einem schlechten ersten Eindruck im Interview doch noch zu überzeugen, ist sehr gering.

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