Tamina Höfinger
Tamina Höfinger
 schrieb am 3. August 2020

Bewerbungsschreiben: Keine Angst vorm leeren Blatt. Unsere Tipps helfen dir bestimmt.

Dein Lebenslauf liefert zwar die Hard Facts, doch in deinem Bewerbungsschreiben kannst du mit deiner Persönlichkeit und Individualität überzeugen. Es bietet eine optimale Möglichkeit, einen guten ersten Eindruck beim Recruiter zu hinterlassen und dich von anderen Bewerbern abzuheben. Auch, wenn sich der Trend in die Richtung entwickelt, den Fokus mehr auf den Lebenslauf zu legen und weniger auf das Anschreiben, ist das Anschreiben dennoch für viele Unternehmen ein wichtiger Bestandteil der Bewerbung. Startschwierigkeiten? Keine Ahnung, was alles ins Bewerbungsschreiben gehört? Mit unseren Tipps und Tricks gelingt dir bestimmt die ideale Bewerbung für deinen Traumjob.

Bewerbungsschreiben vs. Motivationsschreiben

Meist wird eine klassische Bewerbung bestehend aus Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse/Zertifikate verlangt. Hier sind Bewerbungsschreiben und Motivationsschreiben ein und dasselbe. Wenn jedoch zusätzlich zu den klassischen Bewerbungsunterlagen ein Motivationsschreiben gewünscht ist, sieht die Sache ein wenig anders aus. In diesem Fall verkürzt du den Abschnitt bezüglich Motivation im Bewerbungsschreiben oder lässt ihn ganz weg. Im Motivationsschreiben erläuterst du dann dein Interesse an der gewünschten Position, welche Ziele du verfolgst oder was du für deinen potenziellen zukünftigen Arbeitgeber, zukünftige Arbeitgeberin bewirken kannst. Du solltest die Aufmerksamkeit des Lesers auch auf bestimmte Teile deines Lebenslaufes lenken, die gut zur ausgeschriebenen Position passen. Je deutlicher du vermittelst, dass du den Job willst und warum du gut dafür geeignet bist, desto besser. Es zeigt, dass du dir Gedanken gemacht und kein 08/15 Massenschreiben verfasst hast.

Bewerbungsschreiben
Das Bewerbungsschreiben sollte für jede Bewerbung individuell verfasst werden.

Ziel des Bewerbungsschreibens

Das Ziel eines Bewerbungsschreibens ist natürlich der Job selbst, allerdings kommt erst noch ein Zwischenschritt – nämlich die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Um das zu erreichen, musst du den Recruiter davon überzeugen, dass du zu den idealen Kandidaten gehörst. Du solltest mit guten Argumenten belegen, warum du für diese Stelle geeignet bist, Sympathie ausstrahlen und vor allem sollte deine Bewerbung fehlerfrei sein. Mach den Leser so neugierig, dass er dich unbedingt kennenlernen will. Gib dich selbstbewusst, aber am besten mit einem Fünkchen Humor, um nicht arrogant zu wirken. Sei mutig und erfinderisch, denn so weckst du das Interesse des Recruiters. Achte aber zum einen darauf, dass du nicht zu dick aufträgst und zum anderen, dass es zum Unternehmen passt. Eine Bewerbung im jungen hippen Startup sieht anders aus als eine Bewerbung im konservativen Umfeld.

Aufbau & Inhalt des Bewerbungsschreibens

  • Absender:in (eventuell in die Kopfzeile)
  • Empfänger:in
  • Datum (rechts)
  • Betreffzeile
  • Anrede
  • Einleitung
  • Hauptteil (eigene Kompetenzen und Mehrwert für das Unternehmen)
  • Schluss
  • Grußformel & Unterschrift
  • Anlagenverzeichnis

In der Betreffzeile verweist du bereits darauf, auf welchen Job du dich beziehst. In der Einleitung geht es nun darum, Interesse zu wecken. Wenn möglich, vermeide 08/15-Formulierungen wie „Hiermit bewerbe ich mich…“. Versuch ruhig, deine Bewerbung individuell zu formulieren und dich von anderen abzuheben. Als Einstieg kannst du beispielsweise auf eine Qualifikation aus deinem Studium oder Erfahrungen aus deinen Praktika/deinem bisherigen Job anführen.

Im Hauptteil beziehst du dich auf die angeforderten Hard Skills und belegst, wie du dir diese angeeignet hast (z.B. durch ein Studium, einen längeren Auslandsaufenthalt, Workshops etc.). Auch deine Soft Skills solltest du nicht einfach nur aufzählen, sondern sie mit bestimmten Tätigkeiten verknüpfen. Wodurch zeichnet sich deine Teamfähigkeit aus? Wie kannst du dein Durchsetzungsvermögen belegen? Woran erkennst du, dass du gut im analytischen Denken bist? Untermauere deine Aussagen mit Beispielen, um so das Interesse von Recruitern zu wecken und Anknüpfungspunkte für das Vorstellungsgespräch zu schaffen.

Zum Abschluss führst du am besten noch Zusatzinformationen, wie beispielsweise den frühestmöglichen Starttermin, an. Verweise auch auf ein persönliches Gespräch, aber vermeide hier den Konjunktiv. „Ich freue mich auf eine Einladung nach… zu einem Bewerbungsgespräch“ klingt doch gleich viel selbstbewusster. 😉

Layout & Design

Wie sollte eine Bewerbung aussehen? Grundsätzlich gilt: weniger ist mehr. Stilmittel wie unterschiedliche Schriftgrößen, kursive oder fette Schriften sollten unbedingt sparsam eingesetzt werden. Das Wichtigste ist der Inhalt, daher sollte das Layout diesen unterstützen und nicht die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Deine Bewerbungsunterlagen kannst du an das Corporate Design (Design, Farbe, Schriftart) deines Wunschunternehmens anpassen. Wenn du die gleiche (oder zumindest eine ähnliche) Schriftart und Farbe verwendest, vermittelt dies gleich ein Gefühl von Zugehörigkeit. Ob du deinen Text linksbündig oder in Blocksatz schreibst, ist letztendlich Geschmackssache und bleibt dir überlassen. Wichtig ist nur, dass du deinen Stil (Schriftart, -größe, -farbe usw.) in der gesamten Bewerbung beibehältst.

Bild berufserfahrung

Gehaltsvorstellungen in der Bewerbung

Gehaltsvorstellungen in deiner Bewerbung anzugeben, ist nicht üblich. In Österreich ist es für Unternehmen Pflicht, das Mindestgehalt im Stelleninserat anzugeben, daher gehen deine potenziellen zukünftigen Arbeitgeber, zukünftige Arbeitgeberin davon aus, dass du als Bewerber dich mit dem Gehaltsthema auseinandergesetzt hast und dich in einem ähnlichen Gehaltsrahmen bewegst. Häufig wird das Thema Gehalt beim Vorstellungsgespräch angesprochen, allerdings wird beim ersten Gespräch noch nicht darüber verhandelt. Gehaltsverhandlungen erfolgen meist in einer späteren Runde des Bewerbungsprozesses.

Kleiner Tipp: Mit einem Recruiting-Unternehmen wie epunkt kannst du gerne über deine Gehaltsvorstellungen sprechen. Von uns bekommst du ehrliche Informationen, welche Höhe im jeweiligen Bereich marktüblich und marktkonform ist. Wir leiten deine Gehaltsvorstellungen auch an das betreffende Unternehmen weiter und setzen uns für eine realistische und marktkonforme Entlohnung ein.

5 Tipps für das Schreiben einer E-Mail-Bewerbung

  1. Verwende unbedingt eine seriöse E-Mail-Adresse! E-Mail-Adressen wie „hasi123“ oder „lisi88“ bringen den Recruiter vielleicht zum Schmunzeln, aber sie hinterlassen keinen guten ersten Eindruck.
  2. Formuliere einen aussagekräftigen Betreff, damit der Recruiter sofort Bescheid weiß, worum es geht.
  3. Ein kurzer E-Mail-Text, in dem du den Grund deines Mails nennst und dich auf den Anhang beziehst, reicht völlig aus. Du musst nicht den gesamten Text deines Bewerbungsschreibens wiederholen.
  4. Alle Anhänge sollten in einem Dokument versendet werden. Niemand ist über unzählige Anhänge, die vielleicht auch noch in der Reihenfolge durcheinander sind, erfreut. Füge daher alle Dokumente in einem PDF-Dokument zusammen. (Bei Bewerbungen via Online-Formular hingegen lädst du alle Anhänge einzeln hoch.)
  5. Durch die häufige Kommunikation über WhatsApp oder Social Media neigen wir alle gerne dazu, Smileys zu benutzen. Allerdings haben sie in der E-Mail-Bewerbung nichts zu suchen, daher herrscht hier ein Smiley-Verbot.

Bewerbung mittels Online-Formular

Online-Formulare ermöglichen es den Unternehmen, relevante Informationen rasch herauszufiltern. Sowohl für die Recruiter als auch für dich ist dies ein schneller und unkomplizierter Bewerbungsprozess. Du musst lediglich die Pflichtfelder ausfüllen und zusätzliche Bewerbungsunterlagen (meist wird ein Lebenslauf gewünscht) hochladen – schon hast du dich beworben.

Kleiner Tipp: Verwende im Textfeld Keywords, die auch in der Stellenanzeige vorkommen, um dem Recruiter zu signalisieren, dass du dich ernsthaft mit dem Inserat auseinandergesetzt hast.

Bewerbungsschreiben

Profi-Tipps für ein erfolgreiches Bewerbungsschreiben

  • Am allerwichtigsten: Beschäftige dich mit dem Unternehmen. Schau dir die Website des Unternehmens an und beziehe dich auch im Bewerbungsschreiben auf die Aufgaben und Produkte/Dienstleistungen des Unternehmens. Dies vermittelt dem Recruiter, dass du dich tatsächlich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hast und du kein Massenmail verschickst.
  • Auf das Jobinserat eingehen – Beziehe dich auf das Aufgabengebiet sowie die Anforderungen und beschreibe, welche Skills du für diese Position mitbringst. Zur Abwechslung kannst du auch proaktiv auf 1-2 Must-haves eingehen, die du momentan noch nicht abdeckst, aber dir gerne durch Schulungen/Weiterbildungen etc. aneignen möchtest.
  • Aussagen belegen – Liste nicht einfach nur nacheinander vage deine Stärken oder bereits erledigte Projekte auf. Werde etwas ausführlicher, um dem Recruiter ein konkretes Bild zu vermitteln. Das Bewerbungsschreiben selbst sollte allerdings maximal eine Seite lang sein, daher kannst du zusätzlich beispielsweise auch eine Projektliste anhängen, in der du alle deine abgeschlossenen Projekte näher beschreibst.
  • Vermeide Standardfloskeln – Einleitungssätze wie „Hiermit möchte ich mich für die auf der Plattform xy ausgeschriebene Position bewerben“ können die Recruiter wirklich nicht mehr sehen. Lass dir stattdessen etwas Neues einfallen, etwas Individuelles, mit dem du in Erinnerung bleibst.
  • Mit einem Twist hervorstechen – überlege dir einen catchy Slogan, mit dem du die Aufmerksamkeit des Recruiters auf dich ziehst. Wie wäre es beispielsweise mit „Vom Mädchen für alles zum aufstrebenden Programmierer“? Überlege dir einen Spruch, passend für dich und deine Situation, schon hebst du dich von anderen Bewerbern ab.
  • Vorteil bei epunkt – Du brauchst kein Bewerbungsschreiben. Erstelle ein Profil, lade deinen Lebenslauf hoch und unsere Recruiter erledigen den Rest.

Checkliste Bewerbungsschreiben

Hol dir die epunkt Checkliste für dein Bewerbungsschreiben und komm deinem Traumjob ein Stückchen näher.

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