Marlene Gattringer
Marlene Gattringer
 schrieb am 8. April 2020

Hobbys im Lebenslauf - Dos and Don’ts

Ein Zusatz, der im Lebenslauf oft unterschätzt wird und deshalb meist unüberlegt am Papier landet: Hobbys und damit verbundene Interessen. In Wahrheit geben sie Aufschluss über deine Persönlichkeit. Denn Hobbys können, wenn es hart auf hart kommt, ein Entscheidungskriterium sein, ob du für einen Job infrage kommst oder nicht. In diesem Artikel zeigen wir dir, worauf du bei Hobbys im Lebenslauf unbedingt achten solltest.

Sind Hobbys im Lebenslauf ein Must-have?

Gleich vorweg: Hobbys sind kein Muss, du solltest sie aber trotzdem für deine Bewerbung berücksichtigen. Dabei ist entscheidend, auf welche Interessen du zurückgreifst. Sind es 08/15-Hobbys wie Lesen oder Spazierengehen, die in jedem Lebenslauf zu finden sind? Dann verzichte lieber darauf. Eine bessere Variante wäre, die eigenen Interessen zu nutzen, um sich in ein positives Licht zu stellen. Überlege dir deshalb gut, wie du das Beste aus deinen Aktivitäten herausholst und welche Hobbys du im Lebenslauf anführen möchtest.

Tipp: Falls du keine besonderen Hobbys hast, versuche sie aufzupeppen, indem du sie interessant umschreibst. Statt „Lesen“ könntest du „Abtauchen in spannende Bücherwelten“ angeben. Solche Formulierungen bleiben eher im Gedächtnis und heben dich möglicherweise von anderen Bewerbern ab.

Achtung: Diese Hobbys im Lebenslauf bitte (nicht) anführen

  • Unpassende Hobbys
    Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und Partyheld schlechthin? Sofern du dich nicht als DJ bewerben möchtest, solltest du Letzteres besser weglassen. Gemeinnützige Vereine wie Sportverein, Musikverein, Feuerwehr o. Ä. werden hingegen gerne in deiner Bewerbung gesehen.
  • 08/15-Hobbys
    Wähle Hobbys, mit denen du dich identifizieren kannst und vermeide die üblichen Standard-Interessen. Ergänzend dazu gilt: Klasse statt Masse. Achte vorwiegend darauf, Hobbys anzuführen, die dich widerspiegeln. 10 oder mehr Hobbys im Lebenslauf sind weder glaubwürdig noch werden sie gelesen.
  • Passive Hobbys
    Hobbys, bei denen du keine aktive Tätigkeit ausübst, wie Fernsehen oder Musik hören, haben im Lebenslauf nichts verloren. Stattdessen könntest du ein Instrument anführen, das du besonders gut beherrschst.
  • Außergewöhnliche Hobbys
    Führe in deinem Lebenslauf nur für dich relevante, interessante – gerne auch außergewöhnliche – Aktivitäten an. Bungeespringen, Taekwondo oder Improvisationstheater eignen sich hervorragend dafür. Wenn du „nur“ leidenschaftlich gerne im Garten arbeitest, ist das genauso erwähnenswert.
  • Soziale Hobbys
    Wie bereits unter Punkt 1 erwähnt, sind Vereinstätigkeiten ebenso wie soziale Tätigkeiten (Unterstützung im Altenheim) gerne gesehen. Dieses Engagement sollte man im Lebenslauf keinesfalls vergessen.
  • Berufliche Hobbys
    Unterstreicht dein Hobby eine besondere Fähigkeit? Beispielsweise eine starke Zielverfolgung aufgrund von Leistungssport. Und kannst du diese Fähigkeit auch in deiner zukünftigen Position gut einsetzen? Umso besser. Dann gehört sie unbedingt im Lebenslauf angeführt.
Hobbys im Lebenslauf

Hobbys vs. Soft Skills

Der Unterschied liegt im Detail. Soft Skills sind Dinge, die dich auf persönlicher Ebene beschreiben und im Vergleich zu Hard Skills schwieriger nachzuweisen. Hobbys sind keine direkten Soft Skills, jedoch lassen deine Freizeitaktivitäten in vielen Fällen Rückschlüsse darauf ziehen. Stell dir vor, du bist in einem Verein als Leitungsorgan tätig – diese Info könnte essenziell für eine Position mit Führungsverantwortung sein.

Best Practice Beispiele - 10 Hobbys, die im Lebenslauf gut ankommen

Dieses Ranking zeigt dir, mit welchen Hobbys du im Lebenslauf bei (den epunkt) Recruitern und Sourcern am meisten punkten kannst. Beginnend mit dem beliebtesten, sind das die Top 10 unserer Umfrage:

  1. Vereinsmitgliedschaften & ehrenamtliches Engagement
  2. (Team)sport
  3. Berufsbezogene Hobbys (Programmieren, Mediendesign, Video- & Bildbearbeitung, eSport…)
  4. Konkrete, authentische Hobbys: Arbeite mit Beispielen!
  5. Tüfteln & Basteln (Autos restaurieren, eigene IT-Projekte …)
  6. Musikalische Talente
  7. Lesen (wenn es auch stimmt)
  8. Außergewöhnliche Hobbys
  9. Bergsteigen
  10. Gartenarbeit

Die richtige Schreibweise auf Deutsch heißt „Hobbys“. Nur im Englischen wird das Wort „Hobbies“ verwendet. Denke auch daran, all deine Hobbys im Lebenslauf beginnend mit einem Großbuchstaben zu schreiben.

Wie wichtig sind Hobbys im Vorstellungsgespräch?

Im direkten Gespräch mit dem Personalmanager, Recruiter oder Geschäftsführer solltest du dich immer auf Rückfragen einstellen - auch zu deinen Hobbys. Versuche über dieselben Hobbys, wie aus deinem Lebenslauf ersichtlich, zu sprechen. Völlig andere Interessen aufzuzählen, sorgt für Verwirrung und wäre nicht Sinn der Sache. Ebenso ist es wichtig, dass die erwähnten Hobbys DEINE Interessen widerspiegeln. Wenn du gefragt wirst, welches Buch du als letztes gelesen hast, ist plötzliches Stottern mehr als unangebracht.

Ob und welche Interessen du schlussendlich anführst, ist natürlich auch vom jeweiligen Job abhängig. Möchtest du dich als Social Media-Experte bewerben? Dann macht es Sinn, „Facebook, Instagram & Co.“ als Hobby anzugeben – für eine andere Position solltest du dieses Detail besser außer Acht lassen.

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