Eva Helfrich
Eva Helfrich
 schrieb am 5. Mai 2026

New Leadership: Zwischen Anspruch, Realität und echter Wirkung

Die Arbeitswelt hat sich verändert und damit auch die Anforderungen an Führung. Erfahren Sie, warum New Leadership heute entscheidend für Mitarbeiterbindung, Innovation und Unternehmenserfolg ist und welche Fähigkeiten moderne Führungskräfte wirklich brauchen.

Die Arbeitswelt hat das Betriebssystem gewechselt

Und wie bei jedem Update gilt: Wer es ignoriert, bekommt früher oder später Fehlermeldungen. Hybrides Arbeiten, KI, Sinnsuche, Generationenwandel, permanente Veränderung: Die Rahmenbedingungen haben sich schneller verändert als viele Organigramme. Deutlich schneller als so mancher Führungsstil. Denn Mitarbeitende funktionieren immer weniger wie die Zahnräder einer Maschine; sie sind vielmehr wie Mitfahrer:innen auf einem Roadtrip. Mit eigener Playlist, eigener Meinung und der Frage: „Sind wir eh am richtigen Weg?“

Während Unternehmen in Tools und Strategien investieren, ist es daher umso wichtiger, einen entscheidenden Hebel für den Unternehmenserfolg nich zu übersehen: Führung. Denn egal wie gut Prozesse sind, Führung entscheidet, ob sie wirken.

Aktuelle Studien zeigen:

Führung ist heute wichtiger denn je – aber gleichzeitig komplexer als je zuvor. New Leadership ist eine Antwort auf die veränderte Arbeitswelt. Führungskräfte agieren unter diesem Ansatz weniger als klassische Vorgesetzte und mehr als Coaches, Enabler und Sparringspartner. Wie Simon Sinek in seinem TED-Talk schildert, geht es nicht mehr um das „Was“, sondern um das „Warum“ der Führung. Ziel ist es, Teams zu befähigen, selbstständig Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Gerade Wissensarbeit funktioniert heute nicht mehr über starre Vorgaben. Kreativität, Innovation und Eigeninitiative entstehen dort, wo Menschen Gestaltungsspielraum erleben.

Moderne Führung (wir fassen hier gedanklich agile Führung, Servant Leadership und Transformationale Führung zusammen) umfasst dabei:

New Leadership braucht mehr als Feel-good-Führung

Heißt New Leadership vereinfacht also mehr Empathie, weniger Hierarchie?

Das würde zu kurz greifen. „New Leadership bedeutet nicht nur Empowerment, sondern auch Führen von virtuellen Teams, diversen Teams, mit KI, durch Transformation und unter hoher Geschwindigkeit“, fasst Leadership-Expertin Selma Grössl zusammen. Es gehe nicht um "Feel-good-Führung" oder darum, es allen recht zu machen. Im Gegenteil: Echtes Interesse an Menschen zeigt sich gerade darin, ihnen ehrliches Feedback zu geben und ihre Entwicklung zu fördern. Getreu Grössls Motto "Clear is kind" müssen Menschen spüren, dass Klarheit nichts mit Härte zu tun hat, sondern mit Verantwortung und psychologischer Sicherheit.

Je weiter gesellschaftliche Themen wie Erziehung oder Führung in menschliche Richtungen gehen – und das ist die Entwicklung der letzten Jahrzehnte – desto höher wird auch der Anspruch der Geführten an New-Leadership-Fähigkeiten. Das heißt (je nach Umfeld), dass Menschen autokratische Führungsmodelle immer weniger akzeptieren, führt Grössl weiter aus. „Für Führungskräfte liegt die Herausforderung darin, eine gute Balance zwischen Vorgabe und Mitsprache, Freiheit und klarem Rahmen bzw. Regeln und Stärken fördern vs. Schwächen verbessern zu finden.“ 

Die Bestsellerautorin Brené Brown stellt in ihrem Buch „Dare to Lead“ bemerkenswerte Ergebnisse einer langjährigen Studie, basierend auf Interviews mit hunderten globalen Führungskräften, vor. Dabei hat sie 16 Prinzipien mutiger Führung identifiziert, darunter:

  • Mut: schwierige Gespräche führen, Fehler und eigene Unsicherheiten zugeben, um Hilfe fragen und lernen
  • Vertrauen aufzubauen: durch Verlässlichkeit, Verantwortung, Integrität, aber auch klare Grenzen
  • Klarheit, wofür man steht und entsprechendes Handeln und
  • Resilienz: Niederlagen reflektieren, kein „Blaming“ anderer, lifelong Learning als wichtige Fähigkeiten von Führungskräften.
Selma Grössl Head of HR Organization Development

Wie wird man zum New Leader?

  1. Für Selma Grössl beginnt gute Führung bei der Fähigkeit zur Selbstführung: „Gute Führungspersönlichkeiten sind Menschen, die reflektiert sind und sich selbst führen können. Die andere Menschen spüren, deren Emotionen erkennen und managen können.“  Wer andere führen will, muss sich selbst reflektieren können:
  • Wie wirke ich auf andere?
  • Wie gehe ich mit Druck um?
  • Wie treffe ich Entscheidungen?
  • Wie reagiere ich auf Konflikte oder Fehler?

2. Menschen wirklich verstehen wollen. Das bedeutet:

  • aktiv zuhören
  • Emotionen wahrnehmen
  • unterschiedliche Persönlichkeiten verstehen
  • Vertrauen aufbauen

Führungskräfte, die empathisch kommunizieren, schaffen psychologische Sicherheit.

3. Lernen, Klarheit zu geben. Teams brauchen:

  • klare Ziele
  • Prioritäten
  • Orientierung
  • transparente Entscheidungen

Ein New Leader schafft einen Rahmen, in dem Menschen eigenverantwortlich arbeiten können.

4. Verantwortung übernehmen. Gute Führungskräfte:

  • treffen Entscheidungen
  • sprechen Probleme offen an
  • geben ehrliches Feedback
  • übernehmen Verantwortung für ihr Team

Wie Selma Grössl sagt: „Gute Führungspersönlichkeiten scheuen sich nicht vor Konflikten und Eskalationen.

5. Führung als Lernprozess verstehen. Niemand wird über Nacht zur guten Führungskraft. Leadership entwickelt sich:

  • durch Erfahrung
  • durch Feedback
  • durch Reflexion
  • durch Fehler

Deshalb sind Coaching, Sparring und kontinuierliche Weiterbildung wertvoll.

6. Zeit für Führung einplanen. Eine der größten Herausforderungen moderner Führung:
Viele Führungskräfte führen „nebenbei“. New Leadership funktioniert aber nur, wenn Führung bewusst Priorität bekommt:

  • regelmäßige Gespräche
  • Feedback
  • Entwicklung
  • Teamkommunikation

New Leadership ist kein Soft Skill-Thema

Ein häufiger Irrtum: Moderne Führung wird manchmal als „weich“ wahrgenommen. Dabei geht es keineswegs darum, Harmonie über Leistung zu stellen. Im Gegenteil. Gerade in dynamischen Märkten braucht es Führungskräfte, die Entscheidungen treffen und gleichzeitig Menschen mitnehmen können. Die Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen, wird zunehmend zum wirtschaftlichen Faktor.

„Gute Führungspersönlichkeiten sind Menschen, die Fokus im Team halten und Prioritäten setzen können. Sie können Ziele vorgeben und Sinn erkennen und daraus Visionen für ihre Mitarbeiter:innen ableiten.“ 

Unternehmen mit hoher psychologischer Sicherheit gelten laut internationalen Studien als innovativer, resilienter und leistungsfähiger. Mitarbeitende bringen Ideen eher ein, sprechen Probleme früher an und identifizieren sich stärker mit ihrer Arbeit. New Leadership ist deshalb nicht nur Kulturthema, sondern auch Wettbewerbsfaktor.

Warum ist New Leadership gerade jetzt so relevant für Unternehmen?

Selma groessl 1

Selma Grössl, Leadership-Expertin:

„Rollen – vor allem in Wissensberufen – werden immer komplexer, sie erfordern mehr Flexibilität durch sich oft ändernde Prioritäten oder Kriseneinflüsse von außen. Damit steigt Arbeitsbelastung. Eine Führungskraft muss daher einerseits Hands-on-Hilfestellung für diese Bedingungen leisten und andererseits eine stabile Zone für Mitarbeiter:innen sein. Das bedeutet nicht, dass Führungskräfte immer freundschaftlich, mild oder täglich visionär sein müssen. Aber sie müssen einschätzbar und psychologisch sicher für ihre Mitarbeiter:innen sein. Führungskräfte, die intransparent oder willkürlich entscheiden oder launisch sind, hemmen die Performance von Teams und stellen einen zusätzlichen Faktor von Unsicherheit dar. Unternehmen müssen daher einen klaren Fokus auf Führung und New Leadership legen, wenn sie Performance im Unternehmen hochhalten wollen.“

Vorteile & Herausforderungen in der Praxis

New Leadership verändert, wie Unternehmen geführt werden: weg von Kontrolle, hin zu Vertrauen, Eigenverantwortung und Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Das bringt viele Chancen, aber auch neue Herausforderungen:

Höheres Mitarbeiterengagement
Laut Gallup hängen bis zu 70 % des Mitarbeiterengagements von der direkten Führungskraft ab. Gute Führung steigert Motivation, Produktivität und Loyalität.

Mehr Eigenverantwortung & Innovation
Teams mit hoher psychologischer Sicherheit sind innovativer und leistungsfähiger. Das zeigt u. a. das Projekt Aristotle von Google.

Bessere Zusammenarbeit in hybriden Teams
Vertrauen statt Kontrolle: Laut dem Work Trend Index von Microsoft wünschen sich über 70 % der Mitarbeitenden flexible Arbeitsmodelle. Moderne Führung wird dadurch zum entscheidenden Faktor bei der Mitarbeiterbindung.

Stärkere Arbeitgebermarke
Studien von Deloitte zeigen: Besonders jüngere Generationen legen zunehmend Wert auf Sinn, Entwicklung und gute Führung. Oft stärker als auf reine Gehaltsaspekte.

Herausforderungen von New Leadership

Steigende Erwartungen an Führung. Führungskräfte sollen heute:

  • coachen
  • motivieren
  • Konflikte lösen
  • Veränderung begleiten
  • gleichzeitig Performance liefern

Diese Rollenvielfalt kann zu Überlastung führen. "Führungskräfte sind Stress und Druck ausgesetzt und haben, wie alle Menschen, auch Challenges außerhalb ihres Berufs. Sie sind keine Wunderwuzzis", konstatiert Selma Grössl.

Schwierige Entscheidungsprozesse: Mehr Mitsprache und Zusammenarbeit sind wertvoll, können Entscheidungen aber auch verlangsamen. Die Herausforderung: Beteiligung ermöglichen, ohne die Entscheidungsfähigkeit zu verlieren.

Kulturwandel braucht Zeit
Viele Unternehmen sprechen über moderne Führung, arbeiten im Alltag jedoch weiterhin in klassischen Hierarchien und Kontrollstrukturen. Genau hier scheitert New Leadership oft: an alten Denkmustern, fehlender Fehlerkultur und mangelnder Konsequenz in der Umsetzung. „Führung braucht immer beides: Fokus auf Menschen und Fokus auf Business“, fasst Grössl zusammen. Die Balance ist entscheidend: Gute Führungskräfte schaffen ein Umfeld, in dem Menschen gerne arbeiten und gleichzeitig erfolgreich Leistung bringen können.

Selma Interview

New Leadership eBook kostenlos downloaden

Mehr Recruiting-Wissen

Durchsuchen einer Webseite mit einer Suchmaschine mithilfe bestimmter Operatoren (wie bei Boolean Strings). Der große Vorteil: Webseiten können gesammelt durchsucht werden – das spart viel Zeit. Die 4 Grundregeln der X-Ray Search.

Als Tech Stack von Kandidat:innen bezeichnet man den Umfang ihres technischen Know-hows, z. B. im Backend, Frontend, Data Engineering oder DevOps. Als Tech Stack eines Unternehmens werden die verwendeten Technologien und Tools innerhalb der Organisation bezeichnet.

Persönliche Kompetenzen, die Auswirkungen auf das soziale Umfeld haben und methodische Kompetenzen, die das Beherrschen & Erlernen bestimmter Methoden und Techniken beinhalten. Im Vergleich zu fachlichen Fähigkeiten (Hard Skills) lassen sich Soft Skills schwieriger überprüfen und aneignen.

Aktives Onboarding beginnt im Recruitingprozess und endet offiziell nach 3 bis 6 Monaten. 90 % der neuen Mitarbeiter entscheiden in den ersten 6 Monaten, ob sie bleiben oder gehen. Die Phasen des Onboardings: Preboarding, Orientierungsphase, Integration. Checkliste für erfolgreiches Onboarding.

Professionell organisierter Austritt eines Mitarbeiters, einer Mitarbeiterin aus dem Unternehmen. Pendant zum Onboarding. In der digitalisierten Arbeitswelt ist Offboarding ein bedeutsamer Teil des Personalmanagements, bei dem die Employee Experience eine große Rolle spielt. Checkliste: Offboarding als Chance – in 7 Schritten.

Sammelbegriff für tiefgreifende Veränderungen in der Wirtschaftswelt. New Work impliziert „Arbeiten um zu leben statt leben um zu arbeiten.“ Das Konzept der „Neuen Arbeit“, oder auch „Arbeit 4.0“, beschreibt die Rahmenbedingungen, wie Arbeit in der heutigen Gesellschaft, die durch Digitalisierung und Globalisierung geprägt ist, „richtig gelebt“ werden kann. Chancen, Risiken, Best practice-Beispiele zu New Work.

Kürzel für die Berufsgruppen aus Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik. Fachkräfte in diesen Bereichen sind äußerst begehrt, MINT-Berufe zählen zu den bestbezahlten Berufen. Laut AMS-Report liegen die Jobs der Zukunft in der Umwelttechnik, Data-Science, Cloud-Computing, Ingenieurwesen, Medizininformatik sowie im Biotech- und Pharmasektor.

Seite, auf der Jobsuchenden alle relevanten Informationen rund um das Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Dazu gehören: alle offenen Stellen, Unternehmensmission, Vision und Unternehmenswerte, Fotos und Videos, die das Arbeitsumfeld abbilden sowie Kontaktdaten und eine direkte Online-Bewerbungsmöglichkeit. Aufbau und Nutzung müssen intuitiv sein.

Personen, die durch ihre fachliche Qualifikation und ihr soziales Verhalten sowie ihr Engagement auffallen. Meist sind junge Talente/Hochschulabsolvent:innen gemeint, die zu Hoffnungen in Bezug auf die kommende Unternehmergeneration berechtigen. Aber auch der im Berufsleben stehende Fach- und Führungsnachwuchs mit erkennbarem Entwicklungspotenzial gilt als High Potential.

Fachliche Fähigkeiten, die im Rahmen der Berufs- oder Schulausbildung erworben werden. Auch ein Studium oder innerbetriebliche Weiterbildungen zählen dazu. Typische Hard Skills wie Fremdsprachen oder IT- & Softwarekenntnisse erlernt man bereits in der Schule. Im Laufe der Karriere/weiteren Ausbildung kommen Hard Skills in Wissensgebieten wie Buchhaltung, Projektmanagement, Maschinenbau usw. hinzu. Es handelt sich um Fähigkeiten, die messbar sind und meist durch Zeugnisse, Zertifikate oder Vorführung bewiesen werden können.

Tool zum Suchen und Filtern von Stelleninseraten auf diversen Jobbörsen, Unternehmenswebsites und Netzwerken. Google for Jobs ist kein eigenständiges Stellenportal, daher können Jobs nicht direkt auf Google geschaltet werden.

Übertragung von spielerischen Elementen auf einen neuen, spielfremden, meist digitalen Kontext – in unserem Fall auf den Recruiting-Prozess. Neben optischen Elementen (Spieldesign) werden verschiedene Prinzipien und Mechaniken aus dem Gaming-Bereich übernommen, mit dem Ziel, bestimmte Motivationen und Verhaltensweisen zu fördern – z.B. die Bereitschaft zur Beteiligung und die Interaktion mit der Zielgruppe zu steigern.

Freie, selbstständige Mitarbeiter:innen, die meist über eine hohe Qualifikation oder Spezialisierung in ihrem Bereich verfügen und für eine begrenzte Zeit „engagiert“ werden – etwa in den Bereichen IT, Consulting, Werbung etc. In Österreich besitzen sie ein angemeldetes Gewerbe und treten als Unternehmer:innen auf. Die Vergütung von Freelancern erfolgt auf Basis eines Dienst- oder Projektvertrags stundenweise oder – seltener – tageweise.

Direktsuche von Top-Führungs- und Fachkräften (auch bekannt als „Headhunting“). Aktive Suche und diskrete Ansprache von Kandidat:innen für Schlüsselpositionen, die nicht öffentlich ausgeschrieben werden. „Executives” waren früher vor allem leitende Angestellte, wie z. B. die Geschäftsführung oder der Vorstand. Inzwischen werden via Executive Search auch viele hochspezialisierte Fachjobs besetzt.

Ganzheitliche Strategie, durch die Vielfalt am Arbeitsplatz wahrgenommen, wertgeschätzt, gefördert und für die Organisationsziele genutzt wird. Das umfasst Mitarbeiter:innen ebenso wie Kund:innen und Stakeholder der Organisation.

Datengesteuerter Recruiting-Ansatz, der Technologien und Daten verwendet, um einen großen Talentpool zu analysieren und Kandidat:innen mit den richtigen Fähigkeiten, Erfahrungen und Denkweisen zu identifizieren. Recruiter nehmen einen großen Talentpool, analysieren ihn mit einer Vielzahl von Technologien und grenzen ihn ein, bis nur noch die Besten übrigbleiben.

Kosten, die eine unbesetzte Stelle verursacht.

Instrument zum Aufbau von Beziehungen zu (potenziellen & ehemaligen) Bewerber:innen. Ziel ist die Begeisterung für die Arbeitgebermarke. CRM unterstützt die Recruitingmaßnahmen, spart Zeit und Kosten bei der Besetzung offener Stellen und stärkt das Employer Branding.

Messgröße zusätzlich zu persönlichem Feedback. Kandidat:innen werden nach dem Jobinterview und einer Absage gebeten, die Wahrscheinlichkeit anzugeben, das Unternehmen weiterzuempfehlen. Der CNPS kann sinnvoll sein, um einen ersten Eindruck zu bekommen – die Teilnehmeranzahl ist bei einem so einfachen und schnell durchführbaren Verfahren vergleichsweise hoch. Details zur Berechnung des CNPS.

Reise der Kandidat:innen im Laufe des Bewerbungsprozesses – von der Suche bis zum Onboarding.

Alle Interaktionen & die gesamte Kommunikation mit Kandidat:innen via Mail, Telefon oder Face-to-Face. Candidate Engagement misst, wie interessiert Bewerber:innen an einer Stelle und dem Unternehmen sind und wie gut sie sich im gesamten Recruiting- und Einstellungsprozess behandelt fühlen. LinkedIn zufolge ist in den letzten Jahren die Absprungrate im Bewerbungsprozess um 20 % gestiegen. Nützliche Strategien im Candidate Engagement: zeitnahes Feedback, relevanter Content, Newsletter, Videos, automatisierte E-Mails, z. B. als Reminder für Gesprächstermine, Umfragen.

Die (positive oder negative) Wahrnehmung und Erfahrung der Kandidat:innen im Bewerbungsprozess. Das beginnt beim Stelleinserat, ist besonders wichtig im Bewerbungsprozess (einfach und schnell!) und der regelmäßigen Kommunikation (Feedback, Updates) und geht bis zur Vertragsunterzeichnung (hier wird die Candidate Experience zur Employee Experience). Eine gelungene Candidate Experience reduziert die Time to Hire, kurbelt das Referral Marketing an, stärkt die Employer Brand.

Unternehmensstrategie, die Kandidat:innen und ihre individuellen Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt. Das Ziel von candidate-centric Recruiting: langfristige Beziehungen mit Kandidat:innen. Dieser Trend ist relativ neu und unterscheidet sich von der klassischen Employer Centricity, die zum Ziel hat, offene Positionen zu besetzen. Tools für candidate-centric Recruiting-Strategien sind u. a. Personas, eine top Candidate Experience, gut gepflegte Talentpools, Candidate relationship management, Umfragen.

Spricht man von Active Sourcing, fallen oft die Begriffe „Boolean Strings“ & „X-Ray-Search“. Dabei handelt es sich um spezielle Methoden, die bei der Suche nach Kandidat:innen sogenannte Operatoren einsetzen. Mit Boolean Strings wird gezielt auf verschiedenen Plattformen gesucht. Vorteil: man erstellt EINEN Boolean String, der auf beliebig vielen Plattformen angewendet werden kann, z. B. auf LinkedIn, XING & Co. Boolean Strings und X-Ray-Search in der Praxis anwenden.

Absprungrate während des Bewerbungsprozess. Einflussnehmende Faktoren: ein mehrstufiges Bewerbungsformular, langsame Ladezeiten, ein nicht userfreundliches Design & Layout der Karriereseite. Google Analytics & ähnliche Webanalyse-Tools helfen dabei, herauszufinden, welche Inhalte und Seiten gut funktionieren und welche weniger. Wichtige Kennzahlen: Verweildauer, Absprungrate, Interaktionsrate, Bewerbungsrate, Bewerbungszeit.

Merriam-Webster definiert AI (Artificial Intelligence) als die Fähigkeit von Maschinen, intelligentes menschliches Verhalten zu imitieren. Möglichkeiten, ein Automation Tool im Recruiting zu nutzen: zum Screenen von Lebensläufen, für regelmäßige Updates via automatische E-Mails, zur Analyse von Interviews.

Proaktive Kandidat:innensuche und direkte, individuelle Ansprache. Für Recruiter bedeutet das, auf verschiedenen Kanälen und mithilfe verschiedener Tools und Methoden (z. B. der Boole’schen Suche) nach Fachkräften zu suchen, diese anzusprechen und sie für eine vakante Stelle zu gewinnen. Für mehr Details: In 4 Schritten zur Active Sourcing Strategie.