B2 C Astronaut Autor
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epunkt Astronaut schrieb am 14. Februar 2018

Work-Life-Blending: Das Beste aus 2 Welten?

Work-Life-Balance war gestern, der neue Trend geht hin zu Work-Life-Blending. Dabei verschmelzen Arbeit und Freizeit zusehends mehr. Hinter diesem Phänomen steht der Wunsch nach Freiheit: Glück und Arbeit sollen sich nicht ausschließen. Work-Life-Blending hat aber auch Schattenseiten. Wie viel Freiheit ist sinnvoll?

Work-Life-Blending klingt auf den ersten Blick sehr verlockend: Arbeiten wann und wo man will, auf der Terrasse des Lieblingscafés, entspannt am See, im eigenen Garten oder Home Office. Work-Life-Blending verbindet die beiden Welten Arbeit und Freizeit zusehends mehr.

Das klingt auf den ersten Blick sehr positiv, denn der Job macht Spaß und ist ja auch ein wesentlicher Teil des Lebens. Viele (junge) Menschen, allen voran die Generation Y, sehnen sich nach mehr Flexibilität und Eigenverantwortung, nach mehr persönlicher Freiheit. Starre Arbeitszeiten liegen nicht jedem und so manche Beschäftigungsmodelle kann man getrost hinterfragen, wie etwa die „Präsenzkultur“, die vielerorts gepredigt wird.

Work life blending blog
In der Arbeitszeit Laufen gehen ist nur einer von vielen Aspekten von Work-Life-Blending. — ©pixabay

Die Hintergründe zu Work-Life-Blending

Das Phänomen Work-Life-Blending hat einen klaren Hintergrund: Die Megatrends Digitalisierung und Globalisierung führen zu einer zunehmenden Ausweitung von Arbeitszeit und Arbeitsort. Unsere Arbeit findet zunehmend online statt und bei Projekten über Zeitzonen hinweg gibt die Timeline den Takt an. Skype-Meetings, E-Mails und Telefonate kennen auch keine Stechuhr, da kann es ruhig schon mal spätabends werden oder Sonntagvormittag.

Dafür darf man auch mal länger Mittag machen oder sich freinehmen, wenn die Family einen braucht. Das ist der Deal, aber wie sieht der Deal genau aus?

Die Schattenseiten hinter Work-Life-Blending

Die schöne neue Arbeitswelt hat auch Schattenseiten: Im Rahmen der guten alten Work-Life-Balance wurde darauf geachtet, Arbeit und Freizeit in der Waage zuhalten. Im Rahmen von Work-Life-Blending verschiebe sich, so Kritiker, die Balance tendenziell zulasten der Mitarbeiter. Denn für Unternehmen bedeutet Work-Life-Blending, dass die Mitarbeiter in der Freizeit möglichst oft online, erreichbar und damit verfügbar sind. Wenn ein Arbeitgeber Work-Life-Blending Modelle anbietet, sollte man daher auch klar hinterfragen, was darunter verstanden wird.

Die Folgen des Blendings?

Die ausufernde Erreichbarkeit hat Folgen, die zurzeit in langfristigen Studien untersucht werden. So viel kann man bisher schon sagen: Es gilt nicht als erwiesen, dass die Vermischung von Arbeit und Freizeit die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern steigert. Im Gegenteil: Das bewusste Abschalten scheint wichtig, Menschen brauchen, echte „Auszeiten“, um die Batterien aufzuladen, den Kopf freizubekommen. Dort und da wird Work-Life-Blending daher sogar als gefährliche Entwicklung gesehen.

Work-Life-Blending kann viele Vorteile haben, wenn durch die Verschmelzung von Beruf- und Privatleben eine harmonische Verbindung erzeugt wird. Die Gefahr beim Work-Life-Blending besteht in erster Linie darin, dass es überhaupt nicht zum Blending, also der Vermischung kommt, sondern das Arbeitsleben das Privatleben nur zunehmend überlagert und verdrängt.

Schauen Sie genau hin!

Eines ist fix: Wenn die Dinge „verschwimmen“ wie beim Thema Work-Life-Blending, dann sollten die Rahmenbedingungen umso klarer sein – so nutzen sie beiden Seiten, Unternehmen und Mitarbeitern. Man sollte sichergehen, was der künftige Arbeitgeber unter Work-Life-Blending genau versteht, wie das Blending vertraglich ausgestaltet ist und was das für den persönlichen Alltag konkret bedeutet. Dann können Sie immer noch entscheiden, ob das Ihren Wünschen und Ansprüchen entspricht.

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