Tamina Höfinger
Tamina Höfinger
 schrieb am 22. Dezember 2022

So angeln Sie sich ERP-Spezialist:innen

Unter welchen Voraussetzungen sind Österreichs ERP-Spezialist:innen wechselbereit? Welche Benefits lassen sie über einen Jobwechsel nachdenken? ERP-Expert:innen haben in einer Umfrage ihre Anforderungen und Wünsche mit uns geteilt.

And the winner is …

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Bevor wir Spezialistinnen und Spezialisten aus dem Bereich ERP gebeten haben, uns Einblicke in ihre Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen im Arbeitsumfeld zu geben, hatten wir eine Hypothese: Personen im ERP-Umfeld (SAP ausgenommen) haben eine hohe Bereitschaft, im Zuge eines Jobwechsels zwischen den Systemen zu wechseln. To make a long story short: die Ergebnisse unserer Umfrage haben dies bestätigt. Herausforderung, Weiterentwicklung, Sinn – das sind die Top 3 Antworten auf die Frage, worauf die Umfrageteilnehmer:innen bei ihrem Job besonders Wert legen.

Nach dem Studium oder der Ausbildung in die Arbeitswelt einsteigen und bis zum Pensionsantrittsalter im selben Job bleiben? So läuft es heute nur noch für einen Bruchteil der Beschäftigten. Finanzielle Anreize werden hintangestellt; viel wichtiger ist es, einen Sinn im eigenen Job zu sehen, denn: Eine sinnvolle Beschäftigung macht glücklich. Ist doch die beste Voraussetzung, mit der eigenen Tätigkeit langfristig zufrieden zu sein, oder?

Ein neuer Job mit einem andern ERP-System? Ja, wieso nicht

70 % der Teilnehmer:innen sind offen dafür, mit einem anderen ERP-System bzw. -Produkt zu arbeiten. Welche Gründe sprechen für die restlichen 30 % dagegen? Die ERP-Systeme und -Programme sind teilweise so unterschiedlich, dass ein großer Teil des Know-hows, das man bezüglich eines Systems besitzt, verloren gehen würde. Die Befragten legen deutlich Wert auf eine tiefgehende Expertise in einem System, anstatt über oberflächliches Wissen bei verschiedenen Systemen zu verfügen. Der Expert:innenstatus wird hier großgeschrieben.

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Welche sind die Big Player unter den ERP-Anbietern am österreichischen Arbeitsmarkt?

  • SAP
  • Microsoft
  • Infor, BMD

SAP ist weltweiter Marktführer und bei unseren Umfrageteilnehmer:innen sehr beliebt. Hier gibt es immer etwas, das man dazulernen kann. Deshalb wird das bestehende Wissen meist lieber vertieft und ein Expert:innenstatus erarbeitet, anstatt bei einem anderen System wieder bei Null anzufangen.

Einmal SAP, immer SAP. Hab blaues SAP Blut in meinen Venen.

Zitat Teilnehmer:in
Ein neues ERP-System lernen? No way für 30 % der Befragten:
„Man kann einen großen Teil der Erfahrung nicht 1:1 übernehmen, somit würde viel Know-how verloren gehen.“
„Da die großen Unternehmen oft mit SAP arbeiten und die Möglichkeiten in SAP quasi unendlich sind, gehe ich davon aus, dass hier die größten Herausforderungen liegen könnten. Abgesehen davon will ich lieber mein SAP-Wissen vertiefen (man weiß lange nicht alles), anstatt mich mit einem neuen ERP-System von Grund auf zu beschäftigen. Auch der SAP-Jobmarkt lässt aktuell keine Wünsche offen, daher würde ich mich aus diesem nicht rausbewegen wollen.“
„Weil ich Experte in meinem aktuellen ERP-System bin und gerade spannende Herausforderungen auf mich warten!“
„Lieber Konzentration auf tiefgehende Expertise in einem Bereich, anstatt oberflächliches Wissen in vielen. Große Unternehmen haben meist SAP und dieser Markt ist am größten. ABAP ist nur SAP-spezifisch. Programmiersprachen neu lernen ist eine gewisse Barriere.“
„Schon zu viel Zeit in SAP investiert und mit Mitte 30 nicht mehr so flexibel :-)“
Ein neues ERP-System lernen? No way für 30 % der Befragten:„Man kann einen großen Teil der Erfahrung nicht 1:1 übernehmen, somit würde viel Know-how verloren gehen.“
Ein neues ERP-System lernen? No way für 30 % der Befragten:„Da die großen Unternehmen oft mit SAP arbeiten und die Möglichkeiten in SAP quasi unendlich sind, gehe ich davon aus, dass hier die größten Herausforderungen liegen könnten. Abgesehen davon will ich lieber mein SAP-Wissen vertiefen (man weiß lange nicht alles), anstatt mich mit einem neuen ERP-System von Grund auf zu beschäftigen. Auch der SAP-Jobmarkt lässt aktuell keine Wünsche offen, daher würde ich mich aus diesem nicht rausbewegen wollen.“
Ein neues ERP-System lernen? No way für 30 % der Befragten:„Weil ich Experte in meinem aktuellen ERP-System bin und gerade spannende Herausforderungen auf mich warten!“
Ein neues ERP-System lernen? No way für 30 % der Befragten:„Lieber Konzentration auf tiefgehende Expertise in einem Bereich, anstatt oberflächliches Wissen in vielen. Große Unternehmen haben meist SAP und dieser Markt ist am größten. ABAP ist nur SAP-spezifisch. Programmiersprachen neu lernen ist eine gewisse Barriere.“
Ein neues ERP-System lernen? No way für 30 % der Befragten:„Schon zu viel Zeit in SAP investiert und mit Mitte 30 nicht mehr so flexibel :-)“

Ein Unternehmenswechsel kommt nur in Frage, wenn …

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63 % der Befragten können sich vorstellen, das Unternehmen zu wechseln, sofern ihre Anforderungen erfüllt werden. Welche Benefits gegeben sein müssen, wollten wir natürlich genauer wissen. Das sind die Plätze 1-5:

1. Home-Office an einem oder mehreren Tagen pro Woche
In vielen Unternehmen wäre Remote Work zwar möglich, die Home-Office Kultur wird aber aus verschiedenen Gründen nicht gelebt. Unternehmen ohne Home-Office Möglichkeiten haben es schwer: Für viele Arbeitnehmer:innen ist das ein Ausschlusskriterium.

2. Mehr Gehalt
Nicht nur ein Großteil unserer Befragten aus dem Bereich ERP, sondern die Mehrheit aller Arbeitnehmer:innen Österreichs erwartet bei einem Jobwechsel einen Gehaltssprung. Laut Gehaltsexpertin Martina Ernst sind bei Beförderungen in einen Job mit mehr Verantwortung 15-20 % üblich, ansonsten durchschnittlich 5-10 %.

ERP-Manager:innen können mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt zwischen 42.000 und 45.000 € brutto/Jahr rechnen. Mit Berufserfahrung werden schnell 60.000 € pro Jahr erreicht, in Spitzenpositionen bis zu 90.000 €.
Quelle: Talto.com

Ihr Traumkandidat, Ihre Traumkandidatin sitzt vor Ihnen, aber mehr Geld ist nicht drin? Mit einer (oder mehreren) der 22 Alternativen zur Gehaltserhöhung können Sie ihn/sie vielleicht trotzdem für sich gewinnen.

3. Flexible Arbeitszeiten
Häufig bleibt neben dem Job nicht genug Zeit für Privatleben, Familie und Kinder. Mithilfe von flexiblen Arbeitszeiten kann der Spagat zwischen Job und Privatleben besser gemeistert werden. Wink mit dem Zaunpfahl: epunkt hat für mehr Produktivität und Flexibilität die 4-Tage-Woche eingeführt. 😉

4. Fachliche Weiterbildung
Da Kurse und Fortbildungen im ERP-Bereich oftmals sehr kostspielig sind, wünschen viele Arbeitnehmer:innen vom Arbeitgeber, von der Arbeitgeberin unterstützt zu werden.

5. Teilzeitmodelle erobern den Arbeitsmarkt
In puncto Arbeitszeitmodelle hat sich in den letzten Jahren viel getan. Nicht nur die Arbeitswelt ist stetig im Wandel, sondern auch die Bedürfnisse der Arbeitnehmer:innen. Der Wunsch nach Teilzeitmodellen wurde infolge der Corona-Pandemie nochmal deutlich.

Plätze 6-12:
6. Parkplatz bzw. gute öffentliche Erreichbarkeit des Büros
7. Essenszuschuss
8. & 9. Zuschuss zu öffentlichen Verkehrsmitteln / Firmenauto
10. Kaffee und Obst
11. & 12. Weniger / mehr Reisetätigkeit
Plätze 6-12:6. Parkplatz bzw. gute öffentliche Erreichbarkeit des Büros
Plätze 6-12:7. Essenszuschuss
Plätze 6-12:8. & 9. Zuschuss zu öffentlichen Verkehrsmitteln / Firmenauto
Plätze 6-12:10. Kaffee und Obst
Plätze 6-12:11. & 12. Weniger / mehr Reisetätigkeit

Was ERP-Spezialist:innen wirklich wollen

In einer der Fragen wurden die Teilnehmer:innen gebeten, für sie wichtige Benefits aufzuzählen, die bisher in der Umfrage noch nicht genannt wurden. Die meistgenannte Antwort bezieht sich auf Remote Work. Gemeint ist hier nicht nur arbeiten im Home-Office, sondern die Möglichkeit, seinen Job von überall aus zu erledigen. Für viele der Angestellten im ERP-Bereich ist das entsprechende Equipment (Laptop und Firmenhandy) bereits gegeben, Home-Office ist zumindest teilweise möglich, aber an einem anderen Ort als im Büro oder in den eigenen vier Wänden zu arbeiten, beispielsweise im Ausland (Workation), ist für viele Betriebe noch völliges Neuland.

Welche Rahmenbedingungen es braucht und was Arbeitgeber:innen beachten müssen, ist in unserem Blogartikel „Arbeiten unter Palmen: Ist Österreich schon im Workation-Modus?“ zu finden.

Auf welches in Jobinseraten ständig angeführte Benefit können unsere Befragten verzichten? Der Klassiker – Obstkorb. Gute Mitarbeiter:innen lassen sich nicht mit gratis Obst und Kaffee hinterm Ofen hervorlocken. Authentische Arbeitgeber:innen, die Jobsicherheit bieten, auf individuelle Bedürfnisse eingehen und in Krisenzeiten auf den Wert ihrer Mitarbeiter:innen nicht vergessen, sind in Zukunft gefragter als jene, die nur gratis Getränke und Laptop anbieten.

Benefits, die gewünscht sindBenefits, die eigentlich gar keine sind
„Zusatzkrankenversicherung“„Dienst-Handy, Dienst-Laptop --> Selbstverständlich?“
„Firmenbeteiligung/Bonus“„Einarbeitung als Benefit!! Wtf“
„Interne Teambuildings, Transparenz, Strategie“„Marketing-Buzzwords wie „Verwirklichung“, "spannende Möglichkeiten", "innovatives Umfeld" etc.“
„Wertschätzung“„Kantine, Fitnessstudio u.dgl.“
„Nachhaltigkeit“„Tischfußball“
Benefits, die gewünscht sind„Zusatzkrankenversicherung“Benefits, die eigentlich gar keine sind„Dienst-Handy, Dienst-Laptop --> Selbstverständlich?“
Benefits, die gewünscht sind„Firmenbeteiligung/Bonus“Benefits, die eigentlich gar keine sind„Einarbeitung als Benefit!! Wtf“
Benefits, die gewünscht sind„Interne Teambuildings, Transparenz, Strategie“Benefits, die eigentlich gar keine sind„Marketing-Buzzwords wie „Verwirklichung“, "spannende Möglichkeiten", "innovatives Umfeld" etc.“
Benefits, die gewünscht sind„Wertschätzung“Benefits, die eigentlich gar keine sind„Kantine, Fitnessstudio u.dgl.“
Benefits, die gewünscht sind„Nachhaltigkeit“Benefits, die eigentlich gar keine sind„Tischfußball“

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