Tamina Höfinger
Tamina Höfinger
 schrieb am 7. April 2021

Die 3 Wege zum gefragten SAP-Consultant

SAP-Consultants werden händeringend gesucht, vor allem große Konzerne haben dringenden Bedarf an SAP-Fachkräften, und obendrein werden sie auch noch sehr gut bezahlt. Doch wie wird man SAP-Consultant?

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First things first – Was macht ein SAP-Consultant?

SAP-Berater:innen analysieren nicht nur die bestehende SAP-Lösung eines Unternehmens, sie beraten auch Kund:innen über eine potenzielle Neuausrichtung oder Erweiterung um zusätzliche Module. Die Software beinhaltet die digitale Abbildung von Geschäftsprozessen, daher benötigen SAP-Consultants betriebswirtschaftliche und informationstechnische Kenntnisse. Die unterschiedlichen Module decken unterschiedliche Prozesse ab. Logistik, Vertrieb, Finance, Produktion, BI (Datenmanagement) und HR sind hier die gängigsten Bereiche.

Nach der Analyse und der Entscheidung für eine Lösung folgt die Planung und die Implementierung des Systems. Hierbei übernehmen SAP-Berater oft die Rolle des Mittelsmannes zwischen IT-Spezialisten bei SAP oder SAP-Partner:innen und den Mitarbeiter:innen aus der internen Fachabteilung.

SAP-Consultants können entweder als externe Dienstleister:innen oder in einer Inhouse-Rolle tätig sein. Interne Berater:innen sind in einem Unternehmen tätig und haben ihren Fokus auf diesem bestimmten Bereich. Externe SAP-Consultants lernen viele unterschiedliche Kund:innen, Unternehmen und Branchen kennen. Sie decken ein breiteres Spektrum ab und haben eine höhere Reisetätigkeit als in einer Inhouse-Rolle.

Wie wird man SAP-Consultant?

Die Software selbst und auch der Weg zum SAP-Consultant sind vielseitig. SAP-Consultant wird man nicht automatisch, indem man ein bestimmtes Studium abgeschlossen hat. Hier ist eher „learning on the job“ angesagt. Wenn man mit SAP-Consultants spricht, welchen Ausbildungsweg sie gegangen sind, erhält man gefühlt von jedem eine andere Antwort. Scheinbar gibt es nicht den EINEN Weg zu diesem Job. Wie startet man am besten?

Beginnen wir beim Studium. Welche Möglichkeiten gibt es? Unsere Antwort: sehr, sehr viele.

  • Wirtschaftsinformatik – Das Paradestudium, um SAP-Consultant zu werden. Mit den Bereichen IT und Betriebswirtschaft werden exzellente Kompetenzen aus zwei Welten vereint. Mit diesem Studium können technisches und wirtschaftliches Know-how optimal zur Entwicklung professioneller IT-Produkte- und Dienstleistungen kombiniert werden.
  • Informationsmanagement – Cloudsysteme, digitale Medien, Unternehmensabläufe und Projektmanagement. Ein Informationsmanagement-Studium ist der ideale Allrounder.
  • BWL – Unter anderem werden hier die Kernbereiche Betriebswirtschaft, Informationstechnologie und Business English abgedeckt und die Betriebswirtschaftslehre ist somit ebenfalls ein Top Allrounder-Studium.
  • Controlling – Ein Controlling-Studium bietet ideale Voraussetzungen für den Finance-Bereich.
  • Operations Management – Diese Studienrichtung ist zwar mehr auf Logistik und Produktion ausgerichtet, aber auch hier lernst du SAP schon kennen.
  • Supply Chain Management/Logistik Management – Dieses Studium prädestiniert für den Logistik-Bereich.
  • Wirtschaftspädagogik – Ja, auch Finance-Module in einem Wirtschaftspädagogik-Studium können eine gute Basis sein, da es sich hier bereits viel um Rechnungswesen dreht.
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Die Ausbildung zum SAP-Consultant

Eine standardisierte Ausbildung, die zu einem einheitlichen Abschluss führt, gibt es nicht. Ausbildungsstätten, wie beispielsweise CODERS.BAY, bieten praxisnahe Ausbildungsprogramme an, bei denen zertifizierte User und Consultants ausgebildet werden.

Auch SAP selbst bietet zertifizierte Schulungen an. Hier gibt es drei Programme, die jeweils etwa ein halbes Jahr dauern:

  • Die Associate-Zertifizierung, welche die grundlegenden Wissensanforderungen abdeckt und den erfolgreichen Erwerb eines breiten SAP-Lösungswissens und der zugehörigen Fähigkeiten dokumentiert.
  • Die Specialist-Zertifizierung, welche die Associate-Zertifizierung ergänzt und sich auf eine bestimmte Rolle oder Integrationskomponente konzentriert.
  • Die Professional-Zertifizierung, welche sich an Fortgeschrittene richtet und nachgewiesene Projekterfahrung, Kenntnisse von Geschäftsprozessen und ein tiefes Verständnis der SAP-Lösungen erfordert.

Ausbildungen zum SAP-Consultant sind nicht gerade günstig. Man bewegt sich hier in einem Bereich von mehreren zehntausend Euro. Wenn du bereits im SAP-Bereich arbeitest, sprich doch mal mit deinem Vorgesetzten. Vielleicht besteht die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber, die Arbeitgeberin die Kosten übernimmt.

Andernfalls gibt es auch verschiedene Förderungen, wie beispielsweise das Bildungskonto des Landes OÖ, die einen Teil der Kosten übernehmen. Informiere dich am besten über die Fördermöglichkeiten in deinem Bundesland.

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Welche zusätzlichen Kompetenzen braucht ein SAP-Consultant?

Die zentralen Fähigkeiten, die ein SAP-Consultant braucht, sind Verständnis für Geschäftsprozesse und die Fähigkeit, im jeweiligen Modul customizen zu können. Doch um SAP-Consultant zu werden, erfordert es neben dem kompetenten Umgang mit der aktuellsten Version noch zusätzlich eine breite Palette an Fähigkeiten und Kompetenzen.

Die gefragtesten Hard Skills:

  • Customizing
  • Kenntnisse über gängige Betriebssysteme
  • Datenbankentwicklungskenntnisse
  • EDV-Anwendungskenntnisse
  • Projektmanagementkenntnisse (IT- und Consulting-Bereich)
  • Softwareentwicklungskenntnisse (Programmiersprache ABAP)

Die gefragtesten Soft Skills:

  • Verständnis für Geschäftsprozesse
  • kommunikative Fähigkeiten (Abstimmung mit Kund:innen, internen Abteilungen, usw.)
  • Präsentationsgeschick (Präsentieren von Lösungen und Vorschlägen)
  • analytische Fähigkeiten
  • Problemlösungskompetenz
  • Reisebereitschaft

Learning on the job

Wieso sind „learning by doing“ und Berufserfahrung so wichtig? Weil du nur auf diese Weise das nötige Prozessverständnis bekommst. Doch auch hier gibt es nicht „den einen richtigen Weg“, wie du es zum SAP-Consultant schaffst. Grundsätzlich gilt: Das Interesse für die Technik und für die Prozesse muss vorhanden sein. Um zu zeigen, wie „learning on the job“ zum Erfolg führen kann, haben wir ein Bespiel für dich:

Der mögliche Werdegang eines SAP-FI-Consultants (Finance Modul):

Schritt 1: HAK-Matura

Schritt 2: Job in der Buchhaltung eines Unternehmens

Schritt 3: Zusätzliche Ausbildung zum Buchhalter, zur Buchhalterin

Schritt 4: Jobbedingt bereits SAP-Anwender – du lernst das System und die Prozesse kennen.

Schritt 5: Weiterentwicklung zum SAP-FI-Key-User – wenn du technikbegeistert bist und dich dafür interessierst, was technisch und prozessmäßig hinter dem Programm steckt, mit dem du bereits länger arbeitest, ist dies ein guter nächster Schritt.

Schritt 6: Technische Weiterentwicklung, als Key-User Kontaktmöglichkeiten zu Consultants – als „Zwischenmann“ zwischen Anwender:in und Consultant knüpfst du bereits erste Kontakte zu Consultants. Von hier aus ist es nur noch ein kleiner Sprung zum Job als SAP-Consultant.

Nicht nur im Finance-Bereich, sondern auch in allen anderen Bereichen ist es wichtig, nicht nur das Modul zu kennen. Als SAP-Consultant brauchst du sowohl fachliches als auch operatives Know-how.

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