Andy Andrews
Andy Andrews
 schrieb am 16. Januar 2018

Wiedereinstieg nach Karenz: So klappt die berufliche Neuorientierung

Angst vor dem Karriereknick nach der Babypause? Mit diesen Tipps klappt der Wiedereinstieg nach der Karenz.

Nach der Babypause freuen sich viele Mütter und Väter auf den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Wenn es einfach wieder zurück zum alten Arbeitgeber gehen soll, gelten klare gesetzliche Richtlinien. Die wichtigsten Bestimmungen sind, dass man bis zum zweiten Geburtstag des Kindes einen Anspruch auf Karenz hat und, dass man das Recht hat, nach der Karenz zu den gleichen Bedingungen zu arbeiten. Soweit zur Theorie: In der Praxis erleben viele Frauen einen Karriereknick. Mit etwas Geschick kann man eine solche Situation umgehen.

Gründe für eine berufliche Neuorientierung

Der Wiedereinstieg nach der Karenz bringt viele Grundsatzentscheidungen mit sich. Zum Beispiel:

  • Vollzeit arbeiten oder lieber ein anderes Zeitmodell suchen?
  • Beim gleichen Arbeitgeber bleiben oder wechseln?
  • Soll man überhaupt einen Richtungswechsel vollziehen und ganz etwas anderes machen?

Die Geburt eines Kindes bedeutet eine riesige Umstellung im Leben. Vielleicht passen die alten Arbeitsbedingungen nicht mehr zum neuen Lebensstil, oder man hat die Karenzzeit auch dazu genutzt, Weiterbildungschancen wahrzunehmen.

Egal welcher Grund, für die berufliche Neuorientierung läuft es oft auf das Gleiche hinaus: Die „alten“ vor-dem-Kind Bedingungen im Job passen nicht mehr. Die Zeit für Neues ist gekommen.

5 Merkmale eines familienfreundlichen Unternehmens

Wenn man einen neuen Job für den Wiedereinstieg nach der Karenz sucht, weil das alte Umfeld oder die alte Tätigkeit nicht mehr zum neuen Leben passt, sollte man unbedingt darauf achten, dass der neue Arbeitgeber familienfreundlich ist. Bloß, wie kann man das erkennen?Mithilfe von sogenannten „harten Faktoren“, schaffen Sie Klarheit:

  1. flexible Arbeitszeiten, wie Gleitzeit oder Vertrauensarbeitszeit
  2. verschiedene Zeitmodelle, wie Teilzeit oder Viertagewoche
  3. die Möglichkeit, vom Homeoffice aus zu arbeiten
  4. Kinderbetreuung vor Ort oder Zuschüsse
  5. Andere Benefits, vom Bügelservice über Carsharing bis hin zum Dienstwagen, die das Leben erleichtern.

Benefits dieser Art lassen sich leicht identifizieren. Sie sind oft in Jobinseraten oder auf der Website aufgelistet und können jedenfalls im Bewerbungsprozess leicht nachgefragt werden.

Auf diese Faktoren kommt es an

Es gibt aber auch zahlreiche „weiche Faktoren", die ebenfalls eine große Rolle für die Familienfreundlichkeit eines Unternehmens spielen.

  • Wie werden die Aufgaben verteilt? Gibt es Gruppen oder Teams mit sowohl Voll- als auch Teilzeitbeschäftigten? Das sichert die Kommunikation im Team ab.
  • Bleibt die Freizeit wirklich frei? Oder wird zum Beispiel erwartet, dass man rund um die Uhr telefonisch erreichbar bleibt?
  • Besteht ein gesundes Vertrauensverhältnis zwischen Vorgesetzten und Kollegen? Die Möglichkeit, vom Homeoffice zu arbeiten bringt wenig, wenn der Vorgesetzte die Inanspruchnahme davon missbilligt.
  • Haben die Kollegen Verständnis dafür, wenn elterliche Verpflichtungen einen pünktlichen Feierabend oder eine Krankmeldung erfordern? Schließlich könnten sie in solchen Fällen als Vertretung einspringen müssen.
  • Gibt es Vorbilder im Unternehmen, Vorgesetzten oder Geschäftsführer, die mit ihrem Handeln die Akzeptanz einer Work-Life-Balance propagieren? Wenn eine Geschäftsführerin immer pünktlich nach Hause fährt und der Manager in Väterkarenz geht, leben sie familienfreundliche Werte vor.

Diese weichen Faktoren mögen schwierig zu eruieren sein, dennoch sollte man sie keineswegs außer Acht lassen. Das Betriebsklima trumpft in der Praxis.

Vorbilder mit Insiderwissen

Wenn es darum geht, einen familienfreundlichen Arbeitgeber zu finden, spielt Insiderwissen eine sehr wichtige Rolle. Es ist einfach, eine Liste von Benefits zu veröffentlichen oder die Familienfreundlichkeit auf der Website zu feiern. Das gibt dennoch wenig Einblick in die tatsächlichen Verhältnisse. Bewertungsportale wie Kununu helfen hierbei weiter.

Mit jemandem zu sprechen, der das Unternehmen gut kennt und auf Ihre Fragen eingehen kann, ist ideal. Wenn Sie nach einem Firmennamen in Xing oder LinkedIn suchen, finden Sie möglicherweise Bekannte, die bereits bei dieser Firma gearbeitet haben bzw. immer noch dort arbeiten. In einem persönlichen Gespräch können Sie die oben angeführten, weichen Faktoren erfragen.

Wenn Sie mit einem Recruiter zusammenarbeiten, kann dieser Ihnen auch Einsicht in mehrere Unternehmen verschaffen. epunkt arbeitet mit mehr als 2.000 Unternehmen zusammen und hat für einige Berufsgruppen mehrere offene Stellen. Das heißt, dass wir z. B. einer Software Developerin verschiedene Positionen vorstellen können und uns darüber abstimmen, welche davon am besten zu ihren Wünschen passt.

Übrigens: Bei epunkt ergibt sich die Familienfreundlichkeit aus der grundsätzlichen Haltung, eine wertebasierte Unternehmensführung zu verfolgen. Dabei gilt Work-Life-Balance als höchster Stellenwert. Zwei von drei Geschäftsführern sind in Väterkarenz gegangen. Zahlreiche MitarbeiterInnen mit Leitungsfunktion haben eine Babypause eingelegt und sind mit weniger als 40 Stunden wieder eingestiegen. Somit stehen auch jenen Eltern, die nun den Wiedereinstieg nach der Karenz angehen, bei epunkt die Türen offen.

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