Nina Schwarz1
Nina Schwarz1
 schrieb am 26. September 2022

Vorurteile im IT-Recruiting erkennen und was Sie dagegen tun können

Wir Menschen haben ständig Vorurteile. Jeder Eindruck, jede Sekunde – unser Gehirn verarbeitet und kategorisiert und wir haben uns schon entschieden, bevor wir etwas wissentlich wahrnehmen. Auch im Job, mit Kolleginnen und Kollegen oder Bewerber:innen begegnen sie uns, die unconscious bias – die unterbewussten Vorurteile.

Sie wollen gleich alle Infos als pdf? Wir haben das eBook: Vorurteile im IT-Recruiting erkennen und was Sie dagegen tun können für Sie zum Download bereitgestellt.

Zum eBook

Zahlen, Daten, Fakten

Plattformen, Institutionen und andere Interessierte führen regelmäßig Umfragen in der Developer-Community durch. Wir haben uns aktuelle Studienergebnisse genauer angesehen, um mit den Vorurteilen aufzuräumen.

Neugierig geworden? In unserem eBook können Sie jederzeit und überall den gesamten Bericht nachlesen. Eine Auswahl der Themen finden Sie hier im Blog.

Vorurteil Nr. 1: Langeweile im Job ist nicht schlimm – keinen Stress zu haben ist doch was Gutes, oder?

Frage: Angenommen, Sie langweilen sich in Ihrem aktuellen Job: Wie lange dauert es, bis Sie sich nach einem neuen umsehen?

Die Mehrheit der Befragten würde schon nach ein bis zwei Monaten nach einem neuen Job suchen, wenn sie sich mit den aktuellen Aufgaben langweilen. Wobei 40 % zuvor aktiv nach einer Lösung im Unternehmen streben, während sich 15 % zurücklehnen und die Langeweile am Arbeitsplatz einfach genießen würden.

Für Teamleiter:innen heißt das: ganz genau hinhören, wenn sich Mitarbeiter:innen mit Wünschen und Verbesserungsvorschlägen an sie wenden. Rasche Lösungen finden, denn guten Entwickler:innen stehen viele Türen offen.

Vorurteil Nr. 2: Es geht immer nur ums Geld

Frage: Aus welchem Grund haben Sie ihren letzten Job gewechselt?

Eine faire Bezahlung ist zwar noch immer der Spitzenreiter unter den Gründen für einen Jobwechsel, das Bewusstsein für toxische Umgebungen steigt aber stetig und liegt nur wenige Prozentpunkte darunter. Wo die Gehälter in Österreich für Softwareentwickler:innen liegen, lesen Sie in unserem ausführlichen Bericht: Wie viel verdienen Software Engineers? Der österreichweite Vergleich.

Vorurteil Nr. 3: Entwickler:innen legen keinen Wert auf ihre Arbeitsumgebung

Wir können es nicht oft genug sagen: Wir von epunkt glauben daran, dass es für jede/n einen Job gibt, der ihn oder sie glücklich macht. Was macht Developer glücklich im Job? Diese Frage hat sich auch Stack Overflow gestellt und weltweit nachgefragt.

Die Top 5 der “Glücksbringer” am Arbeitsplatz

Was dabei rauskommt, ist wenig überraschend. In beinahe jedem Unternehmen herrscht Aufholbedarf, wenn es darum geht, einen Arbeitsplatz zu schaffen, der wirklich glücklich macht.

In der Studie kristallisierte sich heraus, dass

🍀 angemessenes Gehalt 60 %

🍀 work life balance 58 %

🍀 Flexibilität und Produktivität je 52 % sowie

🍀 Möglichkeiten zur Weiterentwicklung 49 %

die fünf top Glücklich-Macher für Entwickler:innen sind.

Grafik se gewächshaus

Ein Gewächshaus wäre vielleicht der ideale Arbeitsplatz für Developer 😉

Geht es um den Arbeitsplatz an sich, also räumlich gesehen, haben sie tatsächlich so einiges gemeinsam. Die folgende Grafik zeigt, was sich IT Top-Talente für ihren idealen Arbeitsort und -platz wünschen. Quelle: What makes developers happy at work.

Vorurteil Nr. 4,5 & 6

Haben Sie ein Vorahnung? Alles über Vorurteil vier, fünf und sechs finden Sie in unserem eBook.

Unconscious Bias im Recruiting (Unterbewusste Vorurteile)

Was glaubt der/die eigentlich, wer er/sie ist? Oder sollten wir besser fragen, was glauben SIE denn wer er/sie ist?

Unser Gehirn ist ein wahres Wunderwerk. Es kann in Millisekunden im Unterbewusstsein Informationen verarbeiten und diese kategorisieren. Die jeweiligen Kategorien basieren auf unseren persönlichen Erfahrungen, unserer Erziehung, von Erlebnissen oder auch den konsumierten Medien. Grundsätzlich eine tolle Sache, die unser Gehirn hier vollbringt. Blöd nur, dass sich das Unterbewusstsein sehr oft täuscht und mit Annahmen falsch liegt.

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Ein kleines Experiment

Ein Kaffee und ein Keks kosten € 1,10. Der Kaffee kostet einen Euro mehr als der Keks. Wie viel kostet der Keks? (Die Lösung finden Sie im eBook)

Auch wenn Sie das Rätsel richtig gelöst haben, sind Sie nicht vor falschen unterbewussten Entscheidungen und Meinungen gefeit.

Es gibt weit über hundert verschiedene Arten der Vorurteile. Im eBook gehen wir auf einige Beispiele ein, die uns im Recruiting-Prozess beeinflussen können. Ein Beispiel sind unterbewusste Geschlechterrollen denen wir bestimmte Jobs zuschreiben.

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Imagine…a world where gender makes no difference

Diese Kampagne der Agentur CPB London wurde am Weltfrauentag plakatiert. „Trotz aller Fortschritte ist es schockierend zu sehen, wie tief verwurzelt Ansichten über die Rollen von Frauen und Männern sein können“, erzählt Helen James, managing director von CPB London über die Motivation für diese Aktion.

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