Marlene Gattringer
Marlene Gattringer
 schrieb am 17. Oktober 2022

In 3 Schritten Pendlerpauschale & Pendlereuro beantragen

3 Schritte, 58 Sekunden und im nächsten Monat hast du mehr Netto vom Brutto. Wie du deine Pendlerzuschüsse 2022 richtig beantragst und warum die berechnete Summe nicht 1:1 auf deinem Konto landet, erfährst du hier.

Was ist der schnellste Weg, um Pendlerpauschale & Pendlereuro zu beantragen? In unserem kostenlosen Leitfaden zeigen wir dir step-by-step wie’s funktioniert:

Leitfaden downloaden

Wie hoch ist die Pendlerpauschale 2022?

Wenn du mindestens 20 km zwischen Wohn- und Arbeitsort pendelst, steht dir eine kleine Pendlerpauschale zu. Vorausgesetzt die Benutzung des öffentlichen Verkehrs ist möglich und zumutbar. Unabhängig von Haupt- oder Nebenwohnsitz handelt es sich bei der Berechnung immer um die tatsächlich zurückgelegte (einfache) Fahrtstrecke.

Die große Pendlerpauschale erhältst du ab einer Strecke von 2 km, sofern dein Weg zur Arbeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln überwiegend unzumutbar ist.

So hoch ist die kleine Pendlerpauschale

Distanzmonatlichjährlich
ab 20 km58 €696 €
von 40 km bis 60 km113 €1.356 €
ab 60 km168 €2.016 €
ab 20 kmmonatlich58 €jährlich696 €
von 40 km bis 60 kmmonatlich113 €jährlich1.356 €
ab 60 kmmonatlich168 €jährlich2.016 €

So hoch ist die große Pendlerpauschale

Distanzmonatlichjährlich
ab 2 km31 €372 €
von 20 km bis 40 km123 €1.476 €
von 40 km bis 60 km214 €2.568 €
ab 60 km306 €3.672 €
ab 2 kmmonatlich31 €jährlich372 €
von 20 km bis 40 kmmonatlich123 €jährlich1.476 €
von 40 km bis 60 kmmonatlich214 €jährlich2.568 €
ab 60 kmmonatlich306 €jährlich3.672 €

In den Monaten Mai 2022 bis Juni 2023 erhöhen sich deine Pendlerzuschüsse. Um wie viel genau, erfährst du hier.

Wer hat Anspruch auf den Pendlereuro?

Pendler:innen in Österreich, die eine Pendlerpauschale beziehen, erhalten zusätzlich einen Pendlereuro. Dieser beträgt jährlich 2 € pro Kilometer für die einfach zurückgelegte Strecke. Bei einer Distanz von 50 Kilometer zwischen Wohn- und Arbeitsort sind das 100 € im Jahr. Anders als die Pendlerpauschale, die nur als Bemessungsgrundlage gilt, wird der Pendlereuro direkt von der Lohnsteuer abgezogen.

So wird Pendlerpauschale & Pendlereuro richtig beantragt:

pendlerpauschale blog 2
  1. Rufe den Pendlerrechner oder das Formular L33 vom Finanzministerium auf.
  2. Führe die gewünschten Basisdaten an: Wohnadresse, Arbeitsort, Berechnungsdatum, Arbeitsbeginn und -ende, Anzahl der Fahrten, Zumutbarkeit von Öffis, Firmenwagen.
  3. Nach der Berechnung: Klicke auf „Formular drucken“, ergänze deinen Namen, unterschreibe und reiche das Dokument bei deinem Arbeitgeber, deiner Arbeitgeberin ein.

Danach erhältst du die Pendlerförderung Monat für Monat auf dein Konto gutgeschrieben. Alternativ kannst du das Geld auch im Rahmen der Lohnsteuererklärung über FinanzOnline zurückholen. Wie das am besten funktioniert, haben wir hier zusammengefasst:

Leitfaden: Pendlerpauschale & Pendlereuro beantragen

2.388 € weniger? Warum Pendlerpauschale und Auszahlungsbetrag nicht d’accord sind

Erwartung & Realität liegen in Sachen Pendlerpauschale oft weit auseinander. Pendlerin Marie erzählt:

„Wahnsinn! Meine Pendlerpauschale beträgt 306 € und der Pendlereuro 30 € pro Monat. Damit kann ich ein Zugticket um 149 € kaufen und trotzdem viel Geld sparen.“

Marie erwartet, dass sie 336 € pro Monat bekommt, in Summe werden es aber nur 137 € sein. Wenn sie ihre Pendlerpauschale erst über die Arbeitnehmerveranlagung beantragt, bekommt sie insgesamt 2.388 € weniger als erwartet. Wie kommt es zu einer über 100%igen Abweichung?

pendlerpauschale blog 1
Die Beantragung ist kinderleicht, die Berechnung nicht.

137 € statt 336 € klingt viel, doch eigentlich hat Marie Glück. Sie verdient 3.000 € brutto im Monat. Jemand, der beispielsweise nur 1.600 € brutto verdient, bekommt 62 € statt 336 € ausbezahlt.

Dafür gibt es 2 Gründe:

  1. Pendlerpauschale & Pendlereuro vermindern nur die Lohnsteuer
    Falls du aufgrund eines geringeren Einkommens keine Lohnsteuer zahlst, kann sie nicht durch die Pendlerpauschale oder den Pendlereuro vermindert werden.
  2. Höhe der Pendlerpauschale ≠ Auszahlungsbetrag
    Während du den Pendlereuro direkt von der Lohnsteuer abgezogen bekommst, wird mit der Pendlerpauschale nur die Lohnsteuerbemessungsgrundlage reduziert. Das heißt, wenn du 40 % Lohnsteuer zahlst, bekommst du ca. 40 % (grober Richtwert) der ausgerechneten Pendlerpauschale.

Wie werden Pendlerpauschale & Pendlereuro ausbezahlt?

Du hast die Wahl: Monatlich über die Gehaltsabrechnung oder jährlich im Rahmen der Steuererklärung. Sofern du keinen regelmäßigen Job- oder Wohnortwechsel durchführst, bietet sich die einmalige Beantragung über deinen Arbeitgeber, deine Arbeitgeberin an.

Im Alltagstrubel hast du auf die Beantragung deiner Pendlerpauschale vergessen? – no drama. Über den Lohnsteuerausgleich kannst du sie innerhalb von 5 Jahren rückwirkend beantragen.

Wann entfällt mein Anspruch auf Pendlerzuschüsse?

Keine Pendlerpauschale, kein Pendlereuro. Du kommst in diese Situation, wenn du ein Firmenauto nutzt, in Karenz bist, ein Jobticket für die gesamte (!) Strecke zwischen Wohn- und Arbeitsort besitzt oder deine zurückgelegte Fahrtstrecke für einen Zuschuss einfach zu kurz ist.

Urlaube und Krankenstände haben keinen Einfluss auf die Pendlerpauschale, vorausgesetzt sie erstrecken sich nicht über ein ganzes Jahr.

Wie hoch ist mein Nettogehalt inkl. Pendlerpauschale?

So berechnest du dein tatsächliches Nettogehalt mit Pendlerpauschale:

  1. Gib alle nötigen Basisdaten in den Pendlerrechner des Finanzministeriums ein. Die Ergebnisseite zeigt dir, wie groß die Entfernung zwischen Wohn- & Arbeitsstättenadresse ist und somit auch auf welche Pendlerpauschale du Anspruch hast. Der Punkt „Öffentliche Verbindung gerundet“ ist entscheidend.
  2. Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner, um dein tatsächliches Nettogehalt mit Berücksichtigung der Pendlerpauschale zu ermitteln. Trage unter dem Punkt „Zusatzangaben“ die Pendlerpauschale und die zuvor berechnete Distanz ein. Wichtig: Für die Berechnung ist es notwendig, das korrekte Ergebnis vom Rechner des Finanzministeriums zu benutzen. Nur diese Entfernung ist „offiziell“ und kann deutlich von der tatsächlich gefahrenen Entfernung abweichen.

3 Sonderregelungen zur Pendlerpauschale

Darf ich im Home-Office arbeiten und weiterhin die Pendlerpauschale beziehen?

Wenn du 100 % im Home-Office arbeitest, hast du keinen Anspruch auf Pendlerzuschüsse. Ab 4 Pendlertagen im Monat steht dir 1/3 der ursprünglichen Pauschale zu. Um die volle Pendlerpauschale zu erhalten, brauchst du mindestens 11 Pendeltage im Monat.

Gilt die Pendlerpauschale, wenn ich teilzeitbeschäftigt bin?

Auch als Teilzeit-Mitarbeiter:in hast du Anspruch auf die Pendlerpauschale. Dein Auszahlungsbetrag hängt davon ab, wie oft du den Weg zwischen Wohn- und Arbeitsort in einem Monat zurücklegst:

  • Volle Pendlerpauschale: an mindestens 11 von 20 Tagen
  • 2/3 der Pendlerpauschale: zwischen 8 und 10 Tagen
  • 1/3 der Pendlerpauschale: an mindestens 4 Tagen

Wie wirkt sich mein Öffi-Ticket auf die Pendlerpauschale aus?

Das Öffi-Ticket kann grundsätzlich nicht mit der Pendlerpauschale kombiniert werden. Wird dein Weg zur Arbeit nur teilweise finanziert, darfst du zumindest für die fehlende Strecke eine Pendlerpauschale beantragen.

Je nachdem, wie hoch deine Pendlerzuschüsse ausfallen, könntest du besser aussteigen, wenn du auf das Öffi-Ticket verzichtest und die Pendlerpauschale für den kompletten Arbeitsweg beantragst.

Pendlerförderung zu niedrig? Diese Auswege gibt’s:

  • Öffentliche Verkehrsmittel nutzen
    Wenn Bahn, Bim und Bus schnell genug sind, bist du damit fast immer günstiger unterwegs. Mit Jahresnetzkarten, zum Beispiel von der ÖBB oder den Wiener Linien, kannst du auch in deiner Freizeit Geld sparen.
  • Im Home-Office arbeiten
    Daheim arbeiten ist keine Seltenheit mehr. Sprich mit deinem Arbeitgeber, deiner Arbeitgeberin und erkläre ihm die Situation. Mit 2-3 Tagen pro Woche im Home-Office sparst du dir neben Fahrtkosten auch wertvolle Zeit.
pendlerpauschale blog 3
  • Nach einem Fahrtkostenzuschuss erkundigen
    Der Fahrtkostenzuschuss ist ein freiwilliger Bonus von Arbeitgeber:innen und wird häufig im Vorstellungsgespräch vereinbart. Dieses Geld läuft unabhängig von Kilometergeld oder Pendlerpauschale in deine Tasche.
  • Job oder Wohnort wechseln
    Wenn dir das Pendeln zu viel wird, solltest du dich nach neuen Perspektiven umsehen. Klick dich gerne durch unsere aktuellen Jobangebote. Vielleicht ist etwas Passendes mit weniger Pendelzeit dabei.

Du hast eine Sonderfrage zu Pendlerpauschale & Pendlereuro? Nutze den Bürgerservice des Finanzministeriums unter +43 50 233 765 von Montag bis Freitag zwischen 08:00 und 17:00 Uhr. Weitere Infos findest du auf der Website vom Bundesministerium für Finanzen.

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