Andy Andrews
Andy Andrews
 schrieb am 19. Februar 2018

In 3 Schritten zu Pendlereuro & Pendlerpauschale

In circa 58 Sekunden haben Sie es erledigt und schon am Ende des Monats haben Sie mehr Netto vom Brutto. Aber Vorsicht: Dieser Fehler könnte teuer kommen.

Beantragung der Pendlerpauschale geht einfach und schnell

  1. Rufen Sie den Pendlerrechner vom Finanzministerium auf.
  2. Geben Sie die Adressen Ihres Wohn- und Arbeitsorts ein.
  3. Drucken Sie das Formular aus, unterschreiben Sie es und reichen Sie es in der HR-Abteilung ein.

Die Pendlerpauschale wird dann automatisch, Monat für Monat, gutgeschrieben. Alternativ können Sie das Geld pauschal im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung bekommen.

Kinderleicht
Die Beantragung ist kinderleicht, aber die Berechnung nicht! — ©www.unsplash.com

Halbwissen ist gefährlich: Dieser Fehler kommt teuer!

Es gibt viele Missverständnisse zum Thema Pendlereuro und Pendlerpauschale. Erwartungen und Realität klaffen schnell mal mehr als 100 % auseinander.

Pendlerin Jana erzählte letztens: „Wahnsinn! Bei meinem Job beträgt die Pendlerpauschale 306 € pro Monat und der Pendlereuro beträg 30 € pro Monat. Somit kann ich mein Zugticket um 149 € kaufen und trotzdem viel Geld zurückbekommen.“

Leider hat diese Geschichte einen gewaltigen Haken.

Ein böses Erwachen lauert bei der Steuererklärung

Der Pendlerrechner berechnet die Pendlerpauschale akkurat. Leider werden die Ergebnisse des Rechners häufig missverstanden.

Nehmen wir das Beispiel von Jana. Sie pendelt sehr weit, 180 km von Wien nach Linz. In ihrem Fall kamen bei der Anwendung des Pendlerrechners die Werte von 306 € für die Pendlerpauschale sowie 30 € für den Pendlereuro heraus.

Jana erwartete, dass sie 336 € im Monat kriegt, aber tatsächlich werden es nur 137 € sein. Wenn sie ihre Pendlerpauschale erst im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung beantragt, bekommt sie 2.388 € weniger als erwartet. Wenn sie das Geld schon in Erwartung dieser Auszahlung ausgibt, begeht sie einen fatalen Fehler!

Janas Pendlerpauschale
BruttoverdienstPendlerpauschale laut RechnerNetto Mehrbetrag
3.000 €336 €137 €

Wie kann es zu einer über 100 %igen Abweichung kommen?

137 € statt 336 € klingt schlimm, aber eigentlich hat Jana Glück. Sie verdient 3.000 € brutto im Monat. Ihr Freund Wolfgang, der mit ihr zusammenwohnt und im Gebäude vis-à-vis arbeitet, verdient 1.600 € brutto. Er bekommt nur 62 € statt 336 €!

Wolfgangs Pendlerpauschale
BruttoverdienstPendlerpauschale laut RechnerNetto Mehrbetrag
1.600 €336 €62 €

Für diese Zahlen gibt es zwei Gründe:

  1. Die Pendlerpauschale und der Pendlereuro vermindern nur die Lohnsteuer. Sollte man aufgrund eines niedrigen Einkommens ohnehin keine Lohnsteuer zahlen, kann sie nicht durch die Pendlerpauschale und den Pendlereuro vermindert werden.
  2. Während man den Pendlereuro direkt von der Lohnsteuer abzieht, setzt man die Pendlerpauschale nur an, um die Bemessungsgrundlage der Lohnsteuer zu reduzieren. Wenn man ca. 40 % Lohnsteuer bezahlt, bekommt man ca. 40 % der ausgerechneten Pendlerpauschale. (Das ist nur eine grobe Rechnung.)

So entdeckt man den wahren Wert der Pendlerpauschale und des Pendlereuros

Es fließen so viele Faktoren in die Berechnung dieser Pendlerzuschüsse, dass eine Ausrechnung auf eigene Faust fast unmöglich ist. Zum Glück kommt man mit zwei Online-Rechnern einfach ans Ziel.

Schritt eins: Adressen und Arbeitszeiten in diesen Rechner des Finanzministeriums eingeben. Von der Ergebnisseite soll man merken, ob man die große oder kleine Pendlerpauschale bekommt sowie die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.

Schritt zwei: Brutto-netto-Rechner nutzen, um das tatsächliche Nettogehalt mit Berücksichtigung der Pendlerpauschale zu ermitteln. Für diese Rechnung ist es sehr wichtig, die korrekte Entfernung vom Rechner des Finanzministeriums zu benutzen. Diese Entfernung ist „offiziell“ und kann gegebenenfalls deutlich von der tatsächlich gefahrenen Entfernung abweichen.

Pendlerpauschale
Öffis schonen die Umwelt und den Geldbeutel — ©www.unsplash.com

Was ist zu tun, wenn man von der Höhe der Pendlerpauschale enttäuscht ist?

Sollte eine große Ernüchterung nach Berechnung der Pendlerpauschale eintreten, kann man nicht allzu viel machen. Diese drei Tipps gibt’s:

  1. Auf Öffis umsteigen: Wenn Bahn, Bim und Bus schnell genug sind, ist man fast immer viel günstiger damit unterwegs. Mit Jahresnetzkarten, zum Beispiel von den ÖBB oder den Wiener Linien, können Vielfahrer auch in ihrer Freizeit Geld sparen.
  2. Vom Home Office aus arbeiten. Auch eingefleischte Automobilisten können Geld sparen, indem sie ein oder zwei Tage der Woche von zu Hause aus arbeiten.
  3. Neuen Job oder Wohnort suchen. Wenn einem das Pendeln zu viel wird, bleiben wohl nur diese Lösungen übrig.

Wichtige Links:

Brutto–netto-Rechner
Pendlerpauschale Rechner

Bürgerservice des FinanzministeriumsTelefon +43 50 233 765
Montag bis Freitag von 08.00 bis 17.00 Uhr

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