Theresa Sturm
Theresa Sturm
 schrieb am 24. März 2020

Home-Office: Alles über den Arbeitsplatz zu Hause

Arbeiten von Zuhause aus – ein Benefit, das zunehmend State of the Art wird und sich viele Mitarbeiter dezidiert von ihren Arbeitgebern erwarten. Und während 2019 rund 96 % der Arbeitnehmer noch fleißig ins Büro pendelten, wurde die Heimarbeit spätestens in Zeiten der Corona-Krise zum überlebenswichtigen Arbeitsalltag.

Zeitersparnis und Ruhe soll der Home-Office Arbeitsplatz vor allem bieten. Hund, Kind und Waschmaschine stören allerdings häufig die Teleworking-Idylle. Erfahre hier, worauf es ankommt und wie du das Beste aus deiner Home-Office Zeit machst.

Inhalt.

Home-Office

Kein Rechtsanspruch auf Home-Office

Mit zunehmender Digitalisierung wird das Remote Office auch für die meisten Unternehmen umsetzbar. Dennoch gibt es in Österreich derzeit noch keine Regelung, die einen Anspruch auf Heimarbeit in gewissen Fällen vorschreibt. Teleworking gilt daher nach wie vor als eines der meistgeliebten Mitarbeiter-Benefits, die ein Arbeitgeber anbieten kann.

Ist Heimarbeit Teil der allgemeinen Tätigkeit, kann im Rahmen des Dienstvertrages das Ausmaß dafür vereinbart werden – dabei müssen jedoch beide Parteien zustimmen, eine einseitige Verordnung ist nicht zulässig. Vereinbarungen zum Teleworking sollten insbesondere den konkreten Arbeitsort, die Dauer der Vereinbarung (befristet oder unbefristet), die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit sowie Vorgaben zur Kostentragung für private Aufwendungen wie Strom, Internet oder Hardware regeln. Die allgemeinen gesetzlichen und kollektivvertraglichen Bestimmungen, wie z. B. das Gleichbehandlungsgesetz, Urlaubs- oder Arbeitszeitgesetz finden auch im Home-Office seine Anwendung.

Rechtliche Infos: Home-Office während der Corona Krise

Seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie in Europa Anfang März 2020 wurde die Telearbeit in vielen Unternehmen eine überlebenswichtige Arbeitsbewältigungsstrategie. Mit Nachdruck empfahl die Bundesregierung allen österreichischen Unternehmen, dort, wo es möglich ist, den Mitarbeitern, Teleworking zu gewähren. Durch die Verringerung der sozialen Kontakte im Büro sollte die Infektion eingedämmt werden. Hier die für dich wichtigsten Infos im Überblick:

  • Du kannst auch in Zeiten der Corona-Krise die Entscheidung im Home-Office zu arbeiten nicht einseitig treffen, sondern benötigst die offizielle Erlaubnis des Arbeitgebers.
  • Die Verlagerung des Arbeitsortes vom Büro aufs Zuhause hat keine Auswirkung auf deine Gehaltsansprüche. Ausnahme: der Unternehmer beantragt Kurzarbeit.
  • Sofern du als Krankheitsverdächtiger oder Ansteckungsverdächtiger ohne Symptome in Quarantäne bist, kann dein Arbeitgeber auch in der Quarantäne Home-Office anordnen.
  • Kinderbetreuung und Home-Office: Am besten suchst du den Dialog zum Arbeitgeber, wie du mit der derzeitigen Situation (Schließung aller Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen) umgehen sollst.

Benefit Home-Office – wie finde ich einen Job mit Teleworking Option

Immer mehr Mitarbeiter erachten Home-Office als wünschenswert. Doch bloß 2 % aller Arbeitgeber nehmen sich das zu Herzen. Wir bei epunkt nehmen die Arbeitgeber und ausgeschriebenen Positionen unter die Lupe. Welche Mitarbeiterbenefits du dir bei einer ausgeschriebenen Position erwarten kannst, erfährst du in den Details des Stelleninserates oder besprichst du am besten beim Jobinterview mit deinem epunkt Job-Coach.

Benefits

Home-Office – Vorteile und Nachteile

Am Anfang klingt es toll: Du darfst von zuhause arbeiten. Dass diese Vereinbarung aber nicht nur Vorteile bringt, solltest du im Vorhinein für dich abschätzen. Zunächst verraten wir dir aber, welche Pluspunkte dich bei der Arbeit in den eigenen vier Wänden erwarten.

Die Vorteile des Home-Office

  1. Konzentriertes und produktives Arbeiten
    Vor allem Tätigkeiten, die Fokus und Konzentration erfordern, eignen sich bestens für Teleworking-Tage: Absolute Ruhe, eine angenehme Arbeitsatmosphäre und keine Ablenkung.
  2. Spare Zeit und Geld
    Je kürzer die Pendelstrecke, desto schneller kommst du zur Arbeit. Ohne den Arbeitsweg sparst du jeden Tag wertvolle Zeit, die deiner Work-Life-Balance zugutekommt. Home-Office-Tage können sich auch in der Brieftasche bemerkbar machen. Je weniger Entfernungen zurückgelegt werden, desto geringer sind die Kosten für deine Mobilität.
  3. Arbeiten, wenn es dir passt
    Während einige eine Stunde früher beginnen, um mehr aus dem Tag herauszuholen, arbeiten andere lieber bis in die Abendstunden oder machen eine längere Mittagspause. Wenn keine Termine oder Besprechungen auf der Agenda stehen, kannst du deine Arbeitszeit deinem persönlichen Biorhythmus anpassen.
  4. Optimiere deine Work-Life-Balance
    Joggen statt der Mittagspause, nachmittags Zeit mit den Kindern verbringen dafür abends nochmal konzentriert das Projekt finalisieren – im Home-Office schaffst du es, deine Work-Life-Balance für dich zu verbessern.
  5. Erhöhe deinen Gemütlichkeitsfaktor
    "Was trage ich heute? – Komplett egal.“ Im Home-Office kleidest, stylst und verhältst du dich so, wie du möchtest. Und auch deinen Arbeitsplatz kannst du nach deinen eigenen Wünschen einrichten.

Die Nachteile des Home-Office

  1. Selbstdisziplin ist gefragt
    Im Remote-Büro wird man leicht abgelenkt: Wäsche waschen, aufräumen oder Mittagessen kochen – eine gewisse Disziplin ist unabdingbar. Schließlich basiert die Arbeit in deinem Heimbüro auf Vertrauen, was bedeutet, dass dein Chef darauf vertraut, dass du wirklich in der Lage bist, die erforderlichen Stunden zu arbeiten.
  2. Trennung von Beruf und Privatleben
    Während es im Büro meist fixe Arbeitszeiten oder zumindest Kernarbeitszeiten gibt, besteht im Home-Office die Gefahr, dass Berufliches und Privates zunehmend verschmelzen.
  3. Wenig Sozialkontakte und eingeschränkte Kommunikation
    So anstrengend der Austausch mit manchen Kollegen auch ab und zu sein mag - am Ende sind wir Menschen gerne in Gesellschaft und wer die meiste Zeit oder sogar ausschließlich im Home-Office arbeitet, vermisst auch die netten Gespräche zwischen Kollegen und die gemeinsamen Pausen. Und auch wenn der Arbeitgeber alle digitalen Kommunikationsmittel zur Verfügung stellt – meist leidet die Kommunikation und die Teamarbeit unter der räumlichen Trennung.
  4. Druck und Überstunden
    In vielen Unternehmen ist ein Remote-Arbeitsplatz noch nicht etabliert. Die Mitarbeiter stehen dadurch oft unter Druck mehr leisten zu wollen oder zu müssen. Dies führt häufig zu unbezahlten Überstunden und zusätzlichem Stress.

Wie überzeuge ich meinen Chef vom Home-Office?

Dass ein Mitarbeiter mit Möglichkeit zum Teleworking auch für das Unternehmen gewisse Vorteile hat, ist den wenigsten Vorgesetzten klar. Mit diesen 5 Argumenten überzeugst du deinen Chef:

  1. In Ruhe Telefonate führen – im Großraumbüro fast unmöglich
  2. Kreativer Output in der Wohlfühl-Atmosphäre der eigenen 4 Wände
  3. Ein produktiver Aufarbeitungstag ohne Störungen ist dringend notwendig
  4. Mehr Platz im Büro – Teleworker können jährlich Bürokosten im vierstelligen Bereich sparen
  5. Rüste dich mit Daten einer Studie der Stanford University - Produktivität steigt, Mitarbeiterbindung steigt, Fehlstunden & Krankenstände sinken

Dein Chef bleibt nach diesen fünf Argumenten weiterhin skeptisch und geht davon aus, dass du im Home-Office weniger produktiv, nicht erreichbar oder zu sehr abgelenkt bist? Biete ihm an, einen Test-Tag zu verbringen, damit er sich vom Gegenteil überzeugen kann, und zeige ihm den tatsächlichen Outcome.

7 Tipps für effizientes Arbeiten im Home-Office

  1. Zieh dich auch zuhause ordentlich an – so fühlst du dich professioneller und musst auch keine unerwarteten Videokonferenzen scheuen.
  2. Investiere in einen ordentlichen Bürostuhl - falsches Sitzen bedrückt nicht nur Laune und Produktivität, es kann auch dauerhafte Rückenschmerzen und Haltungsschäden zur Folge haben.
  3. Richte dir einen zweckgebundenen Home-Office Bereich ein. Falls es kein ganzes Arbeitszimmer sein kann, definiere einen Arbeitsbereich – das hilft gegen Ablenkung.
  4. Kläre dein Umfeld sofort auf: Home-Office Tage sind genauso Arbeitstage. So minimierst du Ablenkungen.
  5. Strukturiere deinen Arbeitsalltag und leg vordefinierte, regelmäßige und bildschirmfreie Pausen ein. Sie tun der Produktivität und dem seelischen Wohl gut.
  6. Achte auf ordentliche Beleuchtung. Ein Arbeitsplatz mit zu dunkler Beleuchtung oder zu viel Lichteinfall führt schnell zu einer Überanstrengung der Augen. Hell aber nicht grell ist die Devise.
  7. Schaffe ein angenehmes Arbeitsambiente. Aufgeräumte Regale beruhigen. Zimmerpflanzen spenden Sauerstoff. Warme Farben vertreiben optische Kälte.
Wochenplan kids

Home-Office mit Kids – so klappt es

Vor allem in Zeiten der Corona-Krise ist die Kombination aus Home-Office, Home Schooling und Kinderbetreuung eine neue Herausforderung, vor der Eltern stehen. Die Arbeit ruft, aber kleine Kinder und deren Bedürfnisse richten sich meist nicht nach dem Arbeitsalltag. Kinder können dennoch schon sehr  früh mit dem Home-Office vertraut gemacht werden. Mit den folgenden Tipps schaffst du den Spagat zwischen Arbeit und Kindern:

  1. Strukturiere den Arbeitsalltag. Ein gemeinsam erstellter Wochenplan hilft dabei die Arbeitszeit mit der Aufgabenzeit der Kinder zu kombinieren. Kleineren Kindern kann schon sehr früh vermittelt werden, dass es am Vormittag und am Nachmittag ruhige Spielphasen gibt.
  2. Versorge die Kinder mit Spiel- und Zeichenmaterialien, die sie ohne deine Unterstützung bedienen können. Puzzles, Bausteine und Spielknete können auch kleinere Kinder zum konzentrierten Spielen verlocken.
  3. Steckt euch gemeinsame Ziele. Deine Arbeitsaufgaben können den Schulaufgaben der Kinder gegenübergestellt werden. In 60 Minuten kann so einiges erledigt werden. Bei kleineren Kindern helfen Ausmalbilder zum Ausdrucken, Rätsel oder LÜK Lernspiele.
  4. Essens- und Jausenzeiten sowie eine ausgedehnte Spielpause im Garten oder ein Spaziergang im Park schaffen Abwechslung. Hinterher sind Kinder meist wieder einige Zeit bereit sich selbst zu beschäftigen.
  5. In die Hausarbeit miteinbeziehen. Schon ab einem Alter von 4 Jahren können Kinder selbstständig Hausarbeiten übernehmen – den Tisch decken, den Geschirrspüler ausräumen, die Wohnungspflanzen gießen, beim Kochen helfen – die neue Verantwortung lässt sie wachsen.

Mehr Tipps zum Thema Kind und Karriere und Wiedereinstieg nach Babypause findest du hier.

Checkliste für deine Heimarbeit Premiere

  1. Genehmigung: Der Dienstgeber und der direkte Vorgesetzte haben das Home-Office genehmigt.
  2. Kalendercheck: An deinem anvisierten Tag hast du keine Termine am Unternehmensstandort vereinbart.
  3. Alle informiert? - Dein Front Office ist informiert, um Anrufer an deine hinterlegte Mobilnummer zu vermitteln.
  4. Alles dabei? - Laptop, Headset, wichtige Unterlagen und Notizbuch sind bereitgelegt und können nicht vergessen werden.
  5. Technikcheck: Zu Hause sind alle technischen Notwendigkeiten verfügbar – angemessen schnelles WLAN, eventuell VPN Zugang, Drucker, etc.
  6. Umgebungscheck: Dein Arbeitszimmer ist so eingerichtet, dass du konzentriert und ungestört arbeiten kannst. (Achtung vor Baulärm, lauter Musik der Nachbarn oder spielenden Kindern bei Business-Telefonaten!)
  7. Ablenkung verstaut? - Du findest einen sauberen, aufgeräumten Home-Office Arbeitsplatz vor und musst nicht erst die Wohnung zusammenräumen, ehe du mit der Arbeit beginnen kannst.
  8. Essens-Check: Im Kühlschrank sind genügend Lebensmittel, um den Arbeitstag zu Hause nicht durch einen langwierigen Einkauf und Kochvorgang unterbrechen zu müssen.
  9. Wohlfühl-Check: Dein persönlicher Arbeitsplatz ist entsprechend ausgerüstet. Die Lichtverhältnisse passen, längeres Sitzen durch eine geeignete Möbelauswahl gut möglich, die Raumtemperatur ist für eine längere Sitztätigkeit angemessen. Kurz gesagt: Du fühlst dich wohl und kannst produktiv arbeiten.
RC mediumres 65

Du brauchst einen kleinen Anhaltspunkt?

Hol dir die epunkt Checkliste für deinen Home-Office Tag.

Zum PDF Download

Ähnliche Beiträge