Carina Woegerbauer
Carina Woegerbauer
 schrieb am 7. September 2020

Safety first: Warum Arbeitskräfteüberlassung (nicht nur) ein Krisenmodell ist

Krise bedeutet Unsicherheit – für jeden persönlich, für die Gesellschaft, Wirtschaft und unsere Unternehmen. Risiken werden abgewogen, Investitionen nur getätigt, wenn unbedingt notwendig – so auch im Recruiting. Mutige Unternehmen haben allerdings erkannt, dass die Krise auch eine Chance sein kann und stellen gerade jetzt die Talente für ihren zukünftigen Unternehmenserfolg ein.

Unsicherheiten wirtschaftlicher Natur sind immer ein Boost für die Arbeitskräfteüberlassung. In Österreich sind rund 90.000 Menschen auf Basis von Arbeitskräfteüberlassung tätig, 82.000 davon im Bereich der gewerblichen Arbeiterqualifikation, die Übrigen großteils im Bereich IT und Engineering.

Wir bei epunkt besetzen auch in der Arbeitskräfteüberlassung nur Positionen im technischen, IT- und kaufmännischen Bereich, gleich wie bei der Fixvermittlung.

Mag. Oliver Siml, Head of Sales bei epunkt
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5 Mythen über Arbeitskräfteüberlassung

  1. Arbeitskräfteüberlassung bringt ausschließlich Vorteile für Unternehmen
  2. Überlassene Mitarbeiter werden nach Ende der Überlassungsvereinbarung äußerst selten übernommen
  3. Zeitarbeit beschränkt sich auf gewerbliche Arbeiter
  4. Geleaste Mitarbeiter werden schlechter bezahlt, bekommen kein 13. und 14. Gehalt und sind schlechter gestellt als fixangestellte
  5. Mitarbeiter in der Überlassung haben keine oder nur wenig Rechte

Wir räumen mit diesen Mythen auf

Die Begriffe Leasing, Zeitarbeit und Arbeitskräfteüberlassung haben für die meisten Menschen einen negativen Beigeschmack – man denkt sofort an Ausbeutung der Arbeitskraft, Mensch als Ware und ausschließlich Vorteile für das Unternehmen.

Viele wissen jedoch nicht, dass – zumindest bei epunkt – 95 % der überlassenen Mitarbeiter nach Auslaufen der Überlassungsvereinbarung vom Unternehmen als fixe Mitarbeiter übernommen werden. Die Dienstverträge in der Überlassung dürfen nicht befristet sein – der Arbeitnehmer hat sofort ein unbefristetes Dienstverhältnis mit gesetzlich geregelten Kündigungsfristen.

In den meisten Fällen gelten Vergünstigungen auch für überlassene Mitarbeiter oder der Überlasser (z. B. epunkt) kümmert sich zum Beispiel um die Betriebsratsumlage, das heißt, auch hier haben die überlassenen Mitarbeiter alle Ansprüche, die auch die Stammmannschaft hat.

Wir sehen es auch als unseren Auftrag, dafür zu sorgen, dass überlassene Mitarbeiter im Unternehmen wie die eigenen behandelt werden, wenn das nicht ohnehin automatisch so gelebt wird. Es darf da keinen Unterschied geben.

Mag. Oliver Siml, Head of Sales bei epunkt

Alles in allem kommt dem Unternehmen die Anstellung in Form von Arbeitskräfteüberlassung nicht günstiger. Zu den Recruitingkosten, die auch bei einer Fixvermittlung anfallen, kommt noch der Verwaltungsaufwand (Anstellung, Dienstvertrag, Personalverrechnung etc.) und die Personalkosten selbst, also all die Kosten, die sonst beim Beschäftiger direkt anfallen. Bei einer Verrechnung auf Basis Leistungsstunden trägt der Überlasser das Risiko von Nichtleistungszeiten (bspw. Krankenstände), was sich naturgemäß auch in den Kosten widerspiegelt.

Dennoch ergeben sich für Unternehmen, gerade in Krisenzeiten, auch Vorteile durch die Arbeitskräfteüberlassung. Zunächst aber zu den zwei wichtigsten Pluspunkten für Kandidaten.

Die oft übersehenen Vorteile für Kandidaten

  • Sicherheit und Betreuung durch den Überlasser: Im Normalfall mündet die Überlassung in einer Übernahme. Sollte dies jedoch aus irgendeinem Grund nicht möglich sein, wissen wir das mit Vorlaufzeit. Der Kandidat ist bei uns wieder aktiv, wir kennen seine Qualifikationen, Wünsche und Bedürfnisse und machen uns sofort auf die Suche nach dem Perfect Match. Bei einer Fixvermittlung hingegen fällt der Kandidat aus unserem Einflussbereich und ist nach einer Kündigung vorerst auf sich allein gestellt. Bis die erneute Suche beginnt, vergeht wertvolle Zeit. Natürlich sind wir auch während der Laufzeit gerne Ansprechpartner für die Anliegen des überlassenen Mitarbeiters.
  • Sprungbrett ins Unternehmen: Im Schnitt dauern Überlassungsverträge 12 Monate, in dieser Zeit lernt der Kandidat das Unternehmen kennen, ist eingearbeitet und weiß über vakante Stellen Bescheid. Er hat gegenüber externen Bewerbern einen klaren Vorteil, falls er nicht ohnehin übernommen wird.
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Vor dem Gesetz

In Österreich ist das Überlassen von Mitarbeitern auch gesetzlich streng geregelt. Das Arbeitskräfteüberlassungsgesetz dient als Dienstnehmerschutzgesetz und legt unter anderem die Gleichstellung gem. Kollektivvertrag des Beschäftigerbetriebes fest; bei langen Überlassungsdauern müssen selbst betriebliche Pensionsvorsorgesysteme auch für überlassene Personen gelten.

Details zum Arbeitskräfteüberlassungsgesetz in Österreich

Gründe, Motive & Vorteile der Arbeitskräfteüberlassung für Unternehmen

  • Unsichere Entwicklung: Gerade in Krisenzeiten sind die wirtschaftliche Entwicklung und die zukünftige Auftragslage kaum oder nur schwer vorhersehbar. Aktuell werden zwar Mitarbeiter gebraucht, Sie sind aber unsicher, ob das in Zukunft auch so bleiben wird? Dann ist die Arbeitskräfteüberlassung eine sichere und faire Möglichkeit, kompetente Mitarbeiter zu gewinnen. Natürlich immer mit der Option, diese bei Bedarf fix und kostenfrei zu übernehmen.
  • Projektorientierte Arbeit: Unternehmen, die vorwiegend projektorientiert arbeiten, haben meist einen Teil der Belegschaft in der Überlassung. Wenn die Entwicklung der Projekte nicht vorhersehbar ist, diese abgeschlossen und keine weiteren in Planung sind, dann bietet die Arbeitskräfteüberlassung Sicherheit.
  • Headcount Policy: Sie haben derzeit keinen Headcount, aber genug Arbeit? Dann nutzen Sie das Modell der Arbeitskräfteüberlassung. Der Headcount liegt bei epunkt, der Kandidat ist dennoch Teil Ihres Teams. Sobald der Headcount verfügbar ist, können Sie selbst anstellen.
  • Befristete Positionen: zum Beispiel Karenzvertretungen. Wenn Sie wissen, dass der Kollege, die Kollegin nach einem längeren Zeitraum wieder zurückkommt und die Position nicht intern besetzen können, ist die Arbeitskräfteüberlassung eine gute Möglichkeit den Mitarbeiter für diese Zeit zu ersetzen – der Kollege ist nicht direkt in Ihrem Headcount, Sie können offen kommunizieren, dass die Stelle befristet ist und das Verhältnis nach etwa 18 Monaten beenden, haben aber die Möglichkeit zu verlängern, wenn die Stelle frei bleibt oder sich etwas anderes auftut.
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„Die Frage, ob man in der Überlassung überhaupt kompetente Mitarbeiter bekommt, können wir aus Erfahrung eindeutig mit ‘Ja’ beantworten. Vorurteile lassen sich mit schlagkräftigen Argumenten bei Kandidaten zumeist rasch abbauen und wir besetzen ohnehin nur höherqualifizierte Positionen.“

Mag. Oliver Siml, Head of Sales bei epunkt

Ablauf mit epunkt

Im Recruiting macht es bei epunkt keinen Unterschied, ob ein fixer oder überlassener Mitarbeiter gesucht wird. Der Suchprozess ist identisch. Erst zum Zeitpunkt, in dem der Kunde sagt „Ja, mit diesem Kandidaten möchte ich arbeiten“, fängt der Unterschied an.

Bei der Fixanstellung bekommt der Kandidat den Dienstvertrag des Kunden und epunkt stellt die Rechnung. Bei der Arbeitskräfteüberlassung werden die Konditionen besprochen, epunkt macht einen Dienstvertrag mit dem Kandidaten und der Kunde hat den überlassenen Mitarbeiter ab dem vereinbarten Datum im Projekt. Den Gehaltszettel bekommt der Mitarbeiter von epunkt.

Die Standard-Laufzeit von Überlassungsverträgen mit epunkt ist 12 Monate. Je besser wir den Kunden kennen, desto individueller können die Vereinbarungen aussehen. Je kürzer die Laufzeit, desto höher sind die Stundensätze, da sich die Recruitingkosten auf weniger Stunden verteilen. Nach der vereinbarten Laufzeit kann der Kunde den Mitarbeiter kostenfrei übernehmen.

Kurzfristeinsätze, bei denen aufgrund von zum Beispiel plötzlichem, krankheitsbedingtem Ausfall, sofort ein Ersatz gebraucht wird, machen wir nicht, da wir nicht über Pools verfügen, sondern individuell auf Basis der Kundensituation den am besten geeigneten Mitarbeiter suchen.

Zusammengefasst: Die Vorteile

  • Kein Headcount
  • Sicherheit in unsicheren Zeiten
  • Recruiting (inklusive administrative Aufgaben) übernimmt epunkt
  • Kandidat kann kostenfrei übernommen werden
  • Optimale Lösung bei befristeten Positionen

Details zum Thema Arbeitskräfteüberlassung besprechen Sie gerne mit einem unserer Kollegen aus dem Sales-Team.

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