Marlene Sommer
Marlene Sommer
 schrieb am 28. August 2016

Sabbatical: Chef, ich bin dann mal weg! - die berufliche Auszeit richtig planen

Wie plant man ein Sabbatical? Welche Modelle gibt es? Und was gibt es sonst noch zu beachten?

Im Zusammenhang mit aktuellen Recruiting-Trends und dem Thema Generation Y ist der „war for talents“ in aller Munde. Mittlerweile müssen aber Unternehmen, Personalisten und Recruiter der Wahrheit ins Auge blicken: The war for talent is over. And talent won!

Aber was genau heißt das nun für Unternehmen in der Praxis? Welchen Herausforderungen müssen sie sich stellen? Und was erwarten Bewerber von einem Top-Arbeitgeber? Ein Aspekt des Arbeitslebens tritt immer mehr in den Vordergrund und stellt für viele ein Entscheidungskriterium für die Wahl des nächsten Arbeitsplatzes dar – Work-Life Balance. Eine besonders spannende Variante der flexiblen Arbeitszeitgestaltung stellt das Sabbatical dar.

Sabbatical planen

Gründe für ein Sabbatical gibt es viele

Vorreiter dieses Modells waren Universitäten in den USA, die ihren Professoren so die Möglichkeit gaben sich eine Auszeit von bis zu einem Jahr für Forschungszwecke zu nehmen. Aber was können heutzutage Gründe für eine berufliche Auszeit sein? Persönliche Neuorientierung, die Möglichkeit einer zusätzlichen Ausbildung oder der lang gehegte Traum einer Weltreise?

3 Möglichkeiten für eine berufliche Auszeit

Wie organisiert und plant man nun ein Sabbatical und was gibt es dabei zu beachten? Grundsätzlich gibt es 3 Möglichkeiten, die je nach Dauer der Auszeit, unterschiedlich Anwendung finden:

  1. 10-Monats-Jahr: Ein Modell stellt die „Ansparphase" in Form eines 10-Monats-Jahres dar, welches auch bei epunkt angeboten wird. Bei einem sogenannten 10-Monats-Jahr werden innerhalb von 12 Monaten Überstunden durch eine Reduktion des Gehalts bei gleichbleibender Arbeitszeit angespart und später am Stück verbraucht. In Kombination mit den regulären 25 Urlaubstagen im Jahr kann man so eine bis zu 2 Monate dauernde berufliche Auszeit bewerkstelligen. Dies hat vor allem dem Vorteil, dass auch in der Zeit der Abwesenheit weiter Gehalt bezogen wird und man versichert ist.
  2. Unbezahlter Urlaub / Freistellung: Eine weitere Möglichkeit ist der Entgeltverzicht, also unbezahlter Urlaub, den man sich zusätzlich zu den regulären Urlaubstagen nimmt. Hier muss man allerdings bedenken, dass die Sozialversicherung nur dann weiter bestehen bleibt, wenn der unbezahlte Urlaub nicht länger als ein Monat dauert und das Arbeitsverhältnis danach aufrecht bleibt.
  3. Kündigung: Die dritte Möglichkeit, die vor allem dann genützt wird, wenn man mehrere Monate oder vielleicht sogar Jahre eine berufliche Auszeit nimmt, ist die Kündigung. In diesem Fall müssen die Sozialversicherungsbeiträge zur Gänze selbst übernommen werden. Manchmal bieten die Unternehmen auch die Möglichkeit einer „garantierten Wiedereinstellung“, welche aber vertraglich geregelt werden sollte und normalerweise auch nur für einen gewissen Zeitrahmen garantiert wird.

Wann kommuniziere ich meinem Arbeitgeber meinen Plan?

Zu beachten ist in jedem Fall dem Arbeitgeber möglichst bald Bescheid zu geben (im Idealfall 1 Jahr im Voraus), um eine entsprechende Planung der Abwesenheit bzw. der Ansparphase zu ermöglichen. Des Weiteren wird dem Vorgesetzten so die Möglichkeit gegeben, eine Vertretung oder auch eine Nachbesetzung zu finden.

Gute Argumente für ein Sabbatical

Wenn der Arbeitgeber kein Sabbatical-Modell vorsieht, sondern man die Möglichkeit sowie die Rahmenbedingungen individuell verhandeln muss, helfen vielleicht folgende Argumente, warum eine berufliche Auszeit auch Vorteile für das Unternehmen bietet:

  • Mitarbeiter können die Batterien auftanken und kommen erholt und leistungsfähiger zurück
  • Kosten durch krankheitsbedingte Ausfälle der Belegschaft sinken
  • Mitarbeiter, die wissen, dass ihnen diese Möglichkeit geboten wird, bleiben tendenziell länger im Unternehmen
  • Sabbaticals anzubieten macht ein Unternehmen am Arbeitsmarkt attraktiver

Die letzten Tage vor der beruflichen Auszeit

In den letzten Wochen, bevor es schlussendlich losgeht und man seine temporäre Auszeit genießen kann, gilt es noch eine ordentliche Übergabe zu organisieren. Projekte sollten abgeschlossen oder zumindest ordentlich dokumentiert sein. Zur Unterstützung kann man hier auch Projektmanagement-Tools zum Einsatz bringen (die sich übrigens auch toll für die Reiseplanung verwenden lassen!) wie zB Trello. Und auch wenn in dieser letzten Phase die Gedanken vielleicht schon um andere Dinge kreisen, wie der perfekt gepackte Rucksack oder die Auffrischung der Fremdsprachenkenntnisse, sollte man sich vor dem Abschied auch bereits Gedanken über den Wiedereinstieg machen. Hier gilt es vor allem zu beachten, die ersten Tage etwas langsamer anzugehen.

Auch die Rückkehr sollte gut geplant sein

Lassen Sie sich nicht sofort mit Terminen zupflastern, sondern erkundigen Sie sich bei Kollegen was in Ihrer Abwesenheit passiert ist. Man muss dabei immer im Hinterkopf behalten, dass diese Auszeit eben nur temporär ist. Dieser Abstand vom Arbeitsalltag kann durchaus eine Chance sein, energiegeladen durchzustarten und Dinge neu anzugehen. Nutzen Sie die gewonnen Erfahrungen, um einen Ausgleich zum Arbeitsalltag zu schaffen. So steht Ihrer Rückkehr nichts im Weg!

Weiterführender Lesestoff zum Thema Sabbatical

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